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Krefeld: Der lange Kampf für Fahrradständer

Krefeld : Der lange Kampf für Fahrradständer

Engagierte Bürger haben zwei Jahre lang für fest installierte Fahrradständer an der Haltestelle Forstwald gekämpft. Der Zustand des Abstellbereichs galt als unhaltbar. Plötzlich ging jetzt alles ganz schnell – nun sind die Fahrradständer da.

Engagierte Bürger haben zwei Jahre lang für fest installierte Fahrradständer an der Haltestelle Forstwald gekämpft. Der Zustand des Abstellbereichs galt als unhaltbar. Plötzlich ging jetzt alles ganz schnell — nun sind die Fahrradständer da.

Wenn sich Dieter Dückers, Michael Gobbers, Günther Porst und Hans-Josef Ruhland in diesen Tagen am Forstwalder Bahnhof treffen, geht ihnen dabei automatisch ein Lächeln über die Lippen. Das war bis vor kurzem noch anders. Doch quasi über Nacht hat sich eine wichtige Forderung der drei Verantwortlichen des Bürgervereins Forstwalds (BV) und von Bezirksvorsteher Ruhland erfüllt: Auf dem Vorplatz der Zugsteige am Bellenweg sind direkt neben den Bahnschranken rund 100 massive Fahrradständer und Bügel aus Eisen entstanden, an denen Bahnreisende jetzt ihre Fahrräder abstellen können.

Mit der Herrichtung des Abstellbereichs und den neu installierten Fahrradständern endet eine lange Zeit des Chaos in der ruhigen Wohngegend. Daran erinnert sich Günther Porst vom BV nur ungern zurück: "Das war ein richtiges Ärgernis. Auf dem Platz konnten das Unkraut und auch große Pflanzen nur so herumwildern, und weil es keine Abstellmöglichkeiten für Fahrräder gab, haben die Leute sie einfach blind irgendwo in der Gegend angekettet und vielfach auf den Boden geschmissen."

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Dass es jetzt nach zwei Jahren, in denen sich der BV für die Abstellmöglichkeiten einsetzt, so plötzlich eine Lösung für das Problem gibt, überrascht allerdings selbst den lokalpolitisch erfahrenen Porst: "Weil sich eine Entscheidung immer weiter hinauszuzögern drohte, waren wir schon drauf und dran, die Fahrradständer einfach selbst zu bauen." Entsprechende Pläne für eine Holzkonstruktion habe es bereits gegeben.

Doch dann entwickelte die Geschichte eine Eigendynamik, die Stellplätze wurden von einem zunächst Unbekannten gebaut. "Wir haben tags darauf bei der Stadt angerufen und uns erkundigt, wie es denn dazu kam. Doch die wusste von nichts", erklärt Hans-Josef Ruhland. Nach weiteren Nachforschungen stellte sich dann heraus, dass die Deutsche Bahn (DB) als Eigentümerin des kleinen Geländes selbst gehandelt hatte. Ein für den Bürgerverein erstaunlicher Vorgang, nachdem zwei Jahre lang immer wieder Briefe zwischen ihm sowie Stadt und DB ausgetauscht wurden, letztlich aber nichts geschehen war.

Ursprünglich wollte die Kommune aus Eigenmitteln eine aufwendige, überdachte Stellplatzvariante bauen. Doch der Bahn als Grundstücksbesitzerin hätte dann womöglich über einen sogenannten Gestattungsvertrag eine monatliche Gebühr zugestanden - der Plan wurde als zu teuer abgelehnt und verschwand in der Schublade. Umso glücklicher sind Günther Porst und der gesamte Vorstand jetzt, dass es zumindest mit der abgespeckten Variante doch noch geklappt hat. "Dass die Bahn gebaut hat, ist auch angesichts der städtischen Finanzen das Beste, was uns passieren konnte."

Passend zum ersten Advent erfährt der neu hergerichtete Platz eine weitere Aufwertung. "Dann stellen wir an dieser Stelle wie in jedem Jahr unseren vier Meter hohen Weihnachtsbaum mit bunten LED-Leuchten auf", sagten die Verantwortlichen des Bürgervereins voller Freude — denn ihren Baum müssen sie in diesem Jahr nicht mehr zwischen Gestrüpp und Wildwuchs platzieren.

(RP)