Kleinenbroich: Wohnungen für 16 Behinderte

Kleinenbroich : Wohnungen für 16 Behinderte

Neben der St. Dionysius Kirche in Kleinenbroich baut die St-Augustinus Behindertenhilfe ein Wohnheim für psychisch kranke Menschen. Das kostet 1,2 Millionen Euro. Die alte Bäckerei wird abgerissen.

Zehn Jahre stand das weniger hübsche Gebäude neben der St. Dionysius Kirche an der Hochstraße in Kleinenbroich leer. Früher beheimatete es einen Lebensmittelladen und eine Bäckerei. Die Immobilie wird jetzt abgerissen. Sie muss weichen, um Platz für den Neubau eines Wohnheimes für psychisch kranke Menschen zu schaffen. Geplant war das schon länger. Mit dreimonatiger Verzögerung haben in der vergangenen Woche die Abrissbagger ihre zerstörerische Arbeit aufgenommen. Die Neusser Behindertenhilfe der Augustinus-Kliniken ist Bauherr auf dem Gelände.

Rückkehr in vertraute Umgebung

Wilfried Gaul, Geschäftsführer der Augustinus Behindertenhilfe ist zuversichtlich, dass der mit Lärm und Staub einhergehende Abriss nach gut drei Wochen abgeschlossen sein wird, um im September mit den Bauarbeiten zu beginnen. Der Grundstein für das zweieinhalbgeschoss hohe Wohnheim solle, wenn alles nach Plan verläuft, schon Anfang November gelegt werden, erklärt Gaul. Zwölf Monate lang wird gemauert, gebohrt, verputzt, verlegt, gestrichen und dann im Herbst 2011 "alles für den Einzug fertig sein", sagt Gaul.

In die fertiggestellten fünf Wohngemeinschaften plus eine 80 Quadratmeter große Tagesstätte ziehen 16 Männer und Frauen aus Wohngruppen von den Fachkliniken St. Josef und St. Alexis in Neuss. Die zukünftigen Bewohner werden auch an der feierlichen Grundsteinlegung teilnehmen. Für viele ist es eine Rückkehr in eine vertraute Umgebung. Das ist grundlegender Inhalt eines neuen Konzepts der St. Augustinus Behindertenhilfe. "Wir wollen dort Unterstützung anbieten, wo die Menschen herkommen", meint Gaul — weg von der Konzentrierung der Wohngruppen an der Klinik in Neuss hin zu betreuten Einheiten aufs Kreisgebiet verteilt. "So vereinfachen wir es den Menschen, in der Nähe von Familie und Freunden zu sein", erklärt Gaul. In Grevenbroich hat die Behindertenhilfe bereits ein solches Wohnheim verwirklicht. In Kaarst wird parallel zu Kleinenbroich gebaut.

Die Menschen, die im September 2011 einziehen werden, sind Personen mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen: Sie wurden wegen Depressionen oder Schizophrenie behandelt und sind betroffen von chronischen Folgeschäden. Diese schränken sie im Alltag ein. Gaul sagt: "Im Wohnheim behandeln wir nicht. Wir bieten den Bewohnern Hilfestellung bei der Erledigung des Alltags."

(RP)