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Köln: Mann zeigt öffentlich Hitlergruß

Video im Internet aufgetaucht : Mann zeigt in Köln öffentlich Hitlergruß

In den sozialen Medien ist ein Video von einem Mann in Köln aufgetaucht, der den Hitlergruß zeigt und rechte Parolen schreit. Die Polizei musste einschreiten und ihn in Gewahrsam nehmen. Laut Zeugen ist der Mann schon mehrfach derart eskaliert.

Er stellt sich mitten auf die Straße, hebt den rechten Arm und behält ihn oben. Im Hintergrund ertönt die erste Strophe des sogenannten Deutschlandliedes. Als ihn eine Passantin anspricht, hört man den Mann sagen: „Ich wurde hier gerade beleidigt als Scheiß-Ausländer.“ Diese Bilder sind auf einem Video zu sehen, das seit Donnerstagvormittag in den sozialen Medien kursiert. Veröffentlicht wurde es ursprünglich vom Bündnis „Köln gegen Rechts“, verbreitete sich dann aber schnell auf Facebook und Instagram.

<aside class="park-embed-html"> <div id="fb-root"></div> <script async="1" defer="1" crossorigin="anonymous" src="https://connect.facebook.net/de_DE/sdk.js#xfbml=1&amp;version=v8.0" nonce="GcOXG1vD"></script><div class="fb-video" data-href="https://www.facebook.com/Koeln.gegen.Rechts/videos/vb.1546588135558896/1720761174740590/?type=2&amp;theater"><blockquote cite="https://www.facebook.com/Koeln.gegen.Rechts/videos/1720761174740590/" class="fb-xfbml-parse-ignore"><a href="https://www.facebook.com/Koeln.gegen.Rechts/videos/1720761174740590/"></a><p>Hitlergruß und „Sieg Heil“-Ruf in Begleitschutz Imbiss am Eigelstein Heute erreichten uns mehrere Berichte und ein Video von einem Vorfall am Kölner Eigelstein am gestrigen Mittwochabend. Auf dem Video ist zu sehen, wie aus der „Fressbud am Eigelstein“ die erste Strophe des Deutschlandliedes tönt. Laut mitgegrölt vom mutmaßlichen Betreiber der Imbissbude, der dazu auch noch den Hitlergruß zeigt und sich beschwerende Passant*innen mit Sieg Heil anpöbelt. Laut Zeugen*innen, wurde er von der Polizei kurzzeitig festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Diese offen zur Schau gestellte Naziprovokation an der Fressbud kommt allerdings nicht überraschend. Die Fressbuud ist schon in der Vergangenheit dadurch aufgefallen, dass sich dort öfter Teilnehmer*innen von Nazidemonstrationen in Köln gesammelt hatten und von dort wurden auch schon vorbeiziehende antifaschistische Demonstrationen angepöbelt. Da passt es dann wie die Faust aufs Auge, dass die Fressbud auch der offizielle Anlaufpunkt des im neusten Verfassungsschutzbericht erwähnten rechtsextremen Begleitschutzes Köln am Eigelstein ist. Das Video wurde sowohl uns als auch der Polizei zugesandt.</p>Gepostet von <a href="https://www.facebook.com/Koeln.gegen.Rechts/">Köln gegen Rechts - Antifaschistisches Aktionsbündnis</a> am Donnerstag, 2. Juli 2020</blockquote></div> </aside>
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Tatsächlich ergab ein Anruf unserer Redaktion bei der Polizei, dass es am Mittwochabend gegen 20.20 Uhr in Köln in der Nähe vom Ebertplatz an einer Imbissbude zu einem Einsatz kam. Ein 47-Jähriger Mann wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen, weil er sich nicht beruhigen wollte. Der 47-Jährige hat die italienische Staatsbürgerschaft, ist aber in Köln aufgewachsen. Wie der Polizeisprecher bestätigt, hatte der Mann den Hitlergruß gezeigt und rechtsradikale Parolen von sich gegeben. Nun wird gegen ihn wegen Volksverhetzung ermittelt.

In den sozialen Medien ist immer wieder zu lesen, dass es sich um den Besitzer der Imbissbude handele. Die Polizei konnte dies aber nicht bestätigen. Ob der 47-Jährige dort nur arbeite oder der Besitzer sei, sei zu diesem Zeitpunkt unklar, hieß es. Nicht äußern wollte sich der Beamte auch dazu, ob der Mann schon polizeilich bekannt ist.

Unsere Redaktion hat allerdings mit einem Augenzeugen gesprochen. Aus Angst vor Gewalt aus der rechten Szene in Köln, möchte er seinen Namen aber nicht veröffentlichen. „Das ist ganz sicher der Imbissbuden-Besitzer, und das ist auch nicht zum ersten Mal passiert”, sagt der Augenzeuge. „Er schreit häufig vor dem Imbiss rum. Und der Laden ist auch dafür bekannt, dass dort häufig bekannte Gesichter aus der Kölner Rechten-Szene zu sehen sind”, sagt der Augenzeuge.

Auch bei Köln gegen Rechts ist auf Facebook über dem Video zu lesen, der Imbiss „ist schon in der Vergangenheit dadurch aufgefallen, dass sich dort öfter Teilnehmer*innen von Nazidemonstrationen in Köln gesammelt hatten und von dort wurden auch schon vorbeiziehende antifaschistische Demonstrationen angepöbelt.” Auf Nachfrage sagte ein Sprecher außerdem: „Uns ist schon seit langem bekannt, dass dieser Imbiss eine offizielle Anlaufstelle für den Begleitschutz Köln ist. Das ist eine rechtsextreme Gruppe, die aus dem Hooligan und Türsteher-Millieu stammt. Sie wird auch im neusten Verfassungsschutzbericht des Landes NRW erwähnt.“

Der 47-Jährige wurde nach einigen Stunden in Gewahrsam der Polizei vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein Zitat haben wir aktualisiert.