Rosenmontag 2018 in Kleve: So feiern die Klever Narren Karneval

Rosenmontag in Kleve: Maarten feiert mit seinen Narren

Karneval 2018: Das war der Rosenmontagszug in Kleve

Eine Mischung aus Sonne und Schnee, bunten Wagen und Laufgruppen, Einhörnern und Teddy-bären vereinte der Klever Rosenmontagszug in seinen 63 Zugnummern.

Die Mischung aus Sonne und Schnee ergibt zwar keinen Regenbogen. Dafür zog beim Rosenmontagszug eine bunte Masse durch die Klever Straßen. 63 Wagen und Fußgruppen vom Niederrhein und aus den Niederlanden bewegten sich ab der Emmericher Straße in Richtung Innenstadt.

Bei der Aufstellung waren die Karnevalsvereine noch weitestgehend unter sich. Nur wenige Narren haben sich dort an den Straßenrand verirrt. Die aktiven Karnevalisten jedoch stellen sich auf, legen die Kamelle bereit, tanzen und trinken sich warm. Unter den 63 Zugnummern sind zwei Kapellen und 14 Fußgruppen dabei.

Dazu gehört auch der Verein Wölfepower, die sich zu ihrem 20-jährigen Bestehen ein besonders festliches Gruppenkostüm gebastelt haben. Jeder Läufer der Fußgruppe ist ein Kuchenstück mit rosafarbenem Zuckerguss, jeder Kopf ist eine Kerze. Zusammen bilden die Narren dann einen großen Geburtstagskuchen. Und auch andere Jecken haben sich für süße Kostüme entschieden, so wie die Funkerschwänchen. Die 25 Tänzerinnen der Garde laufen als Schokobons mit.

Am Straßenrand stehen außerdem zwei "M&M's". Claudia Erden und Jürgen van de Sand haben sich die großen runden Verkleidungen über die dicken Winterjacken gezogen. "Wir wollten auch mal auf die Speisekarte", sagt Claudia Erden und lacht. Eigentlich sind sie immer mit zehn anderen Freunden unterwegs und bilden eine große Gruppe aus Schokolinsen. Doch die anderen hätten nach dem Zug in Kranenburg schlapp gemacht.

Gleich mehrere Klever Karnevalsvereine hatten sich das Thema Whatsapp vorgeknöpft. Die Germania Materborn und der Karnevalsclub Donsbrüggen hatten ihre Wagen mit bunten Smilies des Kurznachrichtendienstes geschmückt. Mit dem wohl aufwendigsten Wagen waren die Brejpott Quaker unterwegs. Darauf zu sehen: Ein schöner Schwan, der mit einem etwas ungepflegten Frosch schreibt. Mit dem Spruch "Alle elf Minuten verliebt sich ein Narr auf Quakship" nehmen die Kellener Jecken ein Dating-Portal auf die Schippe.

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Politische Statements gab es kaum. Allein die Noetterse Jongens aus Kranenburg hatten ihren Wagen mit einem Comic bemalt, in dem Angela Merkel und Martin Schulz von der Großen Koalition träumen.

Der junge Karnevalsverein Fette Party machte aus seinem Wagen eine Ode an das Landleben. Unter dem Motto "Dorfkinder" hatten die Narren die Regeln für alle aufgeschrieben, die auf dem Land leben. Nummer eins: Ein Dorfkind grüßt immer und jeden.

Etwas zerpflückt war der Rosenmontagszug spätestens, als er in der Klever Innenstadt ankam. In der Fußgängerzone waren teilweise große Lücken zwischen den Wagen. Die Narren am Straßenrand mussten mehrere Minuten warten, bis die nächste Kamelle flog. Gegen 14 Uhr fielen dann nach einem sonnigen Vormittag auch die ersten Schneeflocken vom Himmel.

Das störte die Karnevalisten aber kaum. Schließlich hatten sich viele Besucher ein Motto gesetzt: Hauptsache warm. So waren am Straßenrand vor allem dicke Ganzkörperkostüme in Form von Bären und Einhörnern zu sehen. Vier Kleverinnen jedoch haben den Einhörnern abgeschworen. "Wir wollten in diesem Jahr etwas Düsteres", sagt Laura Abdalla. Also verkleidete sie sich mit ihren Freundinnen Anne van Bentum, Linda Josst und Katharina Brükner in dunklen Voodoo-Kostümen.

Das Schlusslicht des Schwanenstädter Umzugs bildete traditionell der Prinzenwagen. Und Prinz Maarten der Lachende machte seinem Namen alle Ehre.

(veke)