Wohnstift St. Marien und der Deutsche Orden in Kevelaer gibt es seit 25 Jahren

25 Jahre in Kevelaer : Wohnstift St. Marien feiert Silberjubiläum

Die Redner zeigten auf, was das Besondere der Einrichtung im Herzen von Kevelaer, in der Luxemburger Galerie, ist.

Als einer der Redner das Pult erklimmt, erstarrt die Geräuschkulisse. Es ist ein Feiertag im Wohnstift St. Marien Kevelaer. 25 Jahre gibt es die Seniorenresidenz schon in der Luxemburger Galerie, 25 Jahre den Deutschen Orden in Kevelaer. Es ist Zeit zurück zu schauen. Bernhard Reitnauer ergreift das Wort. Er ist anstelle des Geschäftsführers des Deutschen Ordens da, Thomas Franke, der verhindert ist. „25 Jahre, ein Vierteljahrhundert, da hat sich viel verändert. Damals gab es noch kein Smartphone, kein Internet, keine ständige Erreichbarkeit. Das war eigentlich eine ganz schöne Zeit“, sagt Reitnauer und hat die bestätigenden Lacher auf seiner Seite. „Eines hat sich seit 1993 nicht geändert: Die Herzlichkeit, mit der man in Kevelaer empfangen wird.“

Damit geht er auf die Geschichte des Hauses, des Wohnstifts St. Marien in Kevelaer ein. Die Vision sei ein möglichst selbstständiges Leben im Alter gewesen, mitten in einer Stadt, besser gesagt, in einer Wallfahrtsstadt. „Herr Werner Helmus, sie haben das in die Tat umgesetzt“, sagt er zum Bauherrn, der ebenfalls unter den Gästen weilte. Reitnauer beschreibt das Haus als „Zentrum der Geborgenheit, Menschlichkeit und Gemeinschaft“. Das passe gut zum Motto des Deutschen Ordens: „Helfen und Heilen“. Dabei wirft er auch einen Blick hinter die Kulissen. „Die Mitarbeiter kreieren die unverwechselbare Atmosphäre.“ Und noch etwas sei unverwechselbar: der Humor der Stiftsdirektorin und Einrichtungsleitung, Christiane Hüls. Die feiert übrigens auch ihr 25-jähriges Jubiläum. Hüls verweist in ihrer kleinen Ansprache auf „die hier Wohnenden und arbeitenden Menschen, die den Geist des Hauses ausmachen“. 9125 Tage sei man in den 25 Jahren gemeinsam auf dem Weg. „Unsere Lebenszeit kennen wir nicht, aber die uns anvertrauten Tage gilt es bewusst mit Leben zu füllen“, gibt sie den Zuhörern mit auf den Weg.

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Dabei drückt sie vor allem den Mitarbeitern ihre Dankbarkeit aus, „die ihre Arbeit nicht als Job sehen, den es zu erledigen gibt“, sondern viel mehr leisten. Weil das so ist, hatte Redner Rolf Kolb ein besonderes Geschenk dabei. Er ist Familiar im Deutschen Orden, also einer derjenigen, der zum Beispiel Ausflüge organisiert. Es wurde auch das Geheimnis gelüftet, das Kolb sonst als Nikolaus den Bewohnern eine Freude bereitet. Am Jubeltag bereitete er den Mitarbeitern eine Freude mit einem Wohlfühl-Sessel. „Der hat eine Tastatur wie ein PC, der rubbelt, der massiert, jedenfalls soll er das Wohlbefinden fördern“, beschreibt er den Nutzen. „Nur eine Funktion haben wir abgeschaltet: Das Abheben in den Himmel, weil die Mitarbeiter werden noch gebraucht.“ Seinen Blick ließ er über die Zuschauerreihe schweifen und sprach einen gezielt an. „Lieber Richard, ich muss dich besonders ansehen“, sagt er zu Richard Schulte Staade. „Die Gründungsväter sitzen hier unter uns“, sagt er zu Staade und Helmus. Der ehemalige Kevelaerer Wallfahrtsrektor Schulte Staade wohnt mittlerweile im Wohnstift St. Marien und war damals bei der Einweihung des Wohnstifts dabei. Wie einige der Vorredner geht auch Dr. Kolb auf die Leerstände in der Luxemburger Galerie ein. Denn die damalige Vision sei es gewesen, dass die Geschäfte unter dem Dach der Galerie auch den Bewohnern des Wohnstifts zur Verfügung stehen und wegen der guten Erreichbarkeit auch ein Stück Lebensqualität bedeuten. „Ich glaube, Herr Helmus und Herr Pichler müssen sich mal zusammensetzen. Es muss nur die richtige Idee gefunden werden“, sagte er in Richtung des Bürgermeisters.

Bürgermeister Dominik Pichler brachte ebenfalls seine Glückwünsche. „Das Entscheidende ist, die Welt hat sich gewandelt, das Wohnstift gibt es immer noch und erfreut sich allseits Beliebtheit“, sagt Pichler. Wallfahrtsrektor Gregor Kauling lobte: „Innerstädtischen Wohnraum schaffen ist das eine, hier ist in wunderbarer Weise auch Lebensraum geschaffen worden.“ Aus Bayern war eigens Prior Pater Christoph Kehr angereist. Die evangelische Pfarrerin Karin Dembek fasste die Entwicklung der vergangenen 25 Jahre so zusammen: „immer im Wandel begriffen und nach vorne schauend“. Umrahmt wurden die Reden mit Musikbeiträgen von Dr. Rainer Killich (Querflöte) und Michaela Birkhoff an der Gitarre.

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