Kevelaer: Kronenberg wird Kevelaerer Ehrenbürger

Kevelaer: Kronenberg wird Kevelaerer Ehrenbürger

Der Rat der Wallfahrtsstadt hat am Dienstag einstimmig beschlossen, dem Winnekendonker Hansgerd Kronenberg diese Würde zu verleihen. Der 83-Jährige ist seit 50 Jahren Ratsmitglied und engagiert sich in Sport und Heimatpflege.

Obwohl Hansgerd Kronenberg nicht musste, hatte er am Dienstagabend im Kevelaerer Rat den Saal verlassen. Denn er sei befangen und so gehöre es sich. Fast umgehend wurde er jedoch wieder reingerufen. Es ging schnell, denn es war eine Sache, in der sich alle Fraktionen einig waren: Hansgerd Kronenberg sollte Ehrenbürger der Wallfahrtsstadt Kevelaer werden. Das hatte die CDU beantragt, am Dienstag hat es der Rat nun einstimmig beschlossen. Im Ratssaal gab es lang anhaltenden Applaus für den neuen Ehrenbürger.

Als der gebürtige Winnekendonker von dem Vorschlag erfahren hatte, war er überrascht. „Dass man sowas mit mir vorhatte“, erinnert er sich und lacht. „Aber die Überraschung wandelte sich schnell in Freude.“ Seine Ehrung nimmt er, wie Kronenberg sagt, auch für seine Mitstreiter an, die ihn auf seinem langen Weg begleitet haben. „Unendlich viele“ seien es, die meisten lebten nicht mehr.

Hansgerd Kronenberg ist schon in jungen Jahren zur Politik gekommen. Der damalige Amtsdirektor von Kervenheim, August Wormland, hatte ihn dazu bewegt, sich im Jugendausschuss Winnekendonk zu engagieren. Einmal Blut geleckt, hörte Hansgerd Kronenberg nicht mehr auf und war im Gemeinderat aktiv. Als Winnekendonk nach Kevelaer eingemeindet wurde, wurde er Ortsvorsteher.

Seit fast 50 Jahren ist er nun Mitglied im Rat der Wallfahrtsstadt, er ist seit Jahrzehnten in das Kommunalgeschehen eingebunden und war „an zahlreichen richtungsweisenden Entscheidungen beteiligt“, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt. Kein anderer habe so viele Jahre aktive politische Arbeit in seiner Heimatkommune geleistet wie der beliebte CDU-Politiker. „Sein außerordentliches Engagement und sein Einsatz für das Gemeinwohl zeichnen den ruhigen und gelassenen Ratsvertreter auch heute noch aus.“

Vor drei Jahren feierte der Rechtsanwalt und Ortsvorsteher seinen 80. Geburtstag, hier in seinem Garten in Winnekendonk. Foto: Seybert, Gerhard (seyb)

Hansgerd Kronenberg ging es bei allem immer darum, den Menschen zu helfen. „Helfen war immer das Grundprinzip“, sagt er selbst. „Darum bin ich auch Rechtsanwalt geworden.“ Neben seinem Beruf und der Politik hat sich Kronenberg auch im Sport angegiert. Im Vorstand des Vereins Viktoria Winnekendonk widmete er sich besonders der Jugendarbeit und war auch als Vorsitzender der Tischtennisfreunde Winnekendonk tätig.

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Neben dem Sport ist und war ihm die Heimatpflege immer ein wichtiges Anliegen. Im Heimatverein „Ons Derp“, wo er ebenfalls einige Jahre den Vorsitz führte, ist sein Name mit zahlreichen Erfolgen bei Kreis-, Landes- und Bundeswettbewerben „Unser Dorf soll schöner werden“ verbunden. Für Hansgerd Kronenberg auch einer seiner persönlichen Höhepunkte seiner Laufbahn: Im Jahr 2002 gewann Winnekendonk den ersten Preis auf Bundesebene als „bestes Dorf“. In Berlin nahm er von Bundespräsident Johannes Rau die Ehrung entgegen. Auch die 700-Jahr-Feier von Winnekendonk, die die Gemeinde 1982 feierte, blieb ihm im Gedächtnis. Die geselligen Vereine hatten alle auswärtig lebenden Winnekendonker ermittelt und eingeladen – die Feier war ein großes Wiedersehen auf dem Dorf.

„Herr Kronenberg verfügt über die Gabe, Menschen immer wieder für seine Ideen zu gewinnen und sie durch eigenes Engagement ebenfalls zum Mitmachen zu ermuntern“, so der Bürgermeister Dominik Pichler, der Kronenberg einen Blumenstrauß überreichte. Sein Engagement zeigte sich auch bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für das Bildungswerk Winnekendonk und den Trägerverein der öffentlichen Begegnungsstätte in seiner Ortschaft. Aufgrund seiner Verdienste für das Allgemeinwohl wurde Hansgerd Kronenberg 2003 auch mit dem Verdienstorden am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Ans Aufhören denkt der neue Ehrenbürger noch lange nicht. „Solange der Herrgott mir Kraft gibt, mache ich weiter. Ich will ja nicht umsonst auf Erden sein.“ Kronenberg dankte nach der Bekanntgabe des Beschlusses insbesondere den Menschen aus den Vereinen, die ehrenamtliche Arbeit gefördert und unterstützt haben und seiner Familie. „Meine Frau und meine Kinder mussten viel Verständnis aufbringen und auf mich verzichten“, sagt er. „Denn Zeit kann man leider nicht an zwei Orten gleichzeitig verbringen.“

Die offizielle Verleihung des Ehrenbürgerrechts findet am 24. Mai 2019 im Konzert- und Bühnenhaus statt.

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