Kevelaer: Unbekannte setzen Hähne aus

Kevelaer: Unbekannte setzen Hähne aus

Bereits zum zweiten Mal hat Marion Tong in der Nähe ihres Anwesens in Berendonk Hühner entdeckt. Für sie steht fest, dass die Tiere dort einfach sich selbst überlassen wurden. Ohne Hilfe würden sie allerdings verhungern.

Die kleine Wunde am Auge ist noch zu sehen. Da hat einer der jungen Hähne mit den Krallen seine Spuren hinterlassen. Denn die Tiere zu fangen, war für Marion Tong keine einfache Aufgabe. Dabei wartete sie extra, bis es dunkel war, weil Hähne nachts nicht so gut sehen. Dann pirschte sie sich an und fing die Vögel ein. Ein Hahn lag da allerdings bereits tot am Klingsweg in Berendonk. Er war verhungert und erfroren.

Ein Vorfall, der die Frau richtig wütend macht. "Es kann doch nicht sein, dass jemand hier einfach seine Tiere aussetzt und sie dann sich selbst überlässt", sagt sie. Dass die Tiere ausgerissen und auf diese Weise zum Fundort gekommen sind, hält sie für ausgeschlossen. "Hühner, die ihre normale Umgebung verlassen, kehren zum Schlafen immer wieder zurück." Zudem hätten die drei Hähne dicht zusammengekauert am kleinen Bachlauf gesessen. Für Marion Tong steht fest, dass jemand die Tiere dort einfach ausgesetzt hat.

Die zwei Hähne sind jetzt erst einmal in einem Stall untergebracht. Foto: Latzel

Zumal es vor zwei Jahren ganz in der Nähe einen ähnlichen Vorfall gab. Da hatten Unbekannte fünf alte braune Legehennen ausgesetzt. Auch die hatte Marion Tong damals eingefangen. Sie ist überzeugt, dass es sich um den selben Täter handelt. "Es kann doch kein Zufall sein, dass die Hähne jetzt wieder an fast der gleichen Stelle ausgesetzt wurden", sagt sie.

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Der Ort, an dem die Frau die Hähne fand, liegt abseits der Bebauung auf dem Land. Der Bereich ist aber von der nahen Bundesstraße schnell zu erreichen. Gut denkbar also, dass jemand mit seinem Auto hierhin gefahren ist, die Tiere ausgesetzt und sich dann über die B9 aus dem Staub gemacht hat. Für das Verhalten hat Marion Tong absolut kein Verständnis. "Wer lässt einfach Tiere im Wald zurück, um sie dort erfrieren und verhungern zu lassen?", fragt sie kopfschüttelnd. Für sie handelt es sich eindeutig um einen Fall von Tierquälerei. Sie geht daher an die Öffentlichkeit, um die Herkunft der Tiere zu klären.

Hinweise können an das Veterinäramt, das Ordnungsamt oder die Polizei gegeben werden. Polizeisprecher Michael Ermers weist darauf hin, dass es hier nicht um eine Lappalie gehe. Das Aussetzen von Tieren sei eine Ordnungswidrigkeit nach Paragraf 3 des Tierschutzgesetztes. Hier drohe ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro. "Hühner sind alleine nicht überlebensfähig", sagt der Polizeisprecher.

Zwei der Hähne haben die Aktion zumindest lebend überstanden. Sie sind momentan im Entenstall bei Marion Tong untergebracht. Zu ihren eigenen Hühnern kann sie die Tiere nicht setzen, da sie ebenfalls Hähne hat und es zu Streit unter dem Geflügel führen würde. Sie würde sich daher auch wünschen, dass sich jemand meldet, der einen oder beide Hähne aufnehmen möchte. Noch wichtiger ist ihr aber, dass es einen solchen Vorfall nicht zum dritten Mal gibt.

(zel)
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