Kevelaer: Straßenkarneval als Familientreffen

Kevelaer: Straßenkarneval als Familientreffen

Seit 40 Jahren treffen sich Familien mit Kindern, Vereine und Gruppen in Kervenheim zum "Bunten Karnevalstreiben" eine Woche vor Rosenmontag. Der Ort hat sogar ein eigenes Dreigestirn, das kräftig mitfeierte.

Die überdimensionalen Minions in Blau und Gelb waren nicht zu übersehen. Sie zogen einen geschmückten Wagen, voll beladen mit süßem Wurfmaterial, auf dem zu lesen war "Wir - einfach unverbesserlich". "Wir", das sind die Geselligen Vereine Kervenheim-Kervendonk, die zum "Bunten Karnevalstreiben" geladen hatten und sich zu einem fröhlichen Umzug durch das Dorf mit weiteren Gruppen auf dem Marktplatz versammelt hatten.

Die Kamelle waren natürlich auch in Kervenheim bei den Jecken auf der Straße gefragt. Foto: Thomas Binn

Als Hexen und Zauberer hatten sich die Teilnehmer des Frauenstammtisches verkleidet. "Wir Frauen haben beschlossen, heute mal Männer und Kinder mitzunehmen", sagte Sarah Hauschild. "Eine tolle Veranstaltung. Für uns ist das ein Familientag. Wir machen das auch aus Liebe zum Dorf." Die Gruppe verteilte Kartoffeln vom Gresumshof, Äpfel und natürlich "Schnupp".

Als Schlafmützen nahmen die St. Sebastianus-Schützen teil. Eine große Gruppe Jugendlicher kam in weißen Overalls als "Kervenheimer Astronauten" zum närrischen Treiben dazu.

Wie der Vorsitzende der "Geselligen Vereine", Bernd Wessels, berichtet, ist der Kervenheimer Karnevalsumzug vor etwa 40 Jahren aus einem Umzug für Kinder entstanden.

  • Kevelaer : Kervenheim feiert König Pascal Tittel

Seit zehn Jahren gibt es vorweg eine Stärkung mit Grillwürstchen und Getränken und ein großes beheiztes Zelt, in dem nach zwei Runden durch den Ort noch gemeinsam gefeiert wird. "Seit zwei Jahren haben die Geselligen Vereine die Organisation und den Aufbau übernommen. Wir haben damit immer zwischen 20 und 30 Helfer. Das ist ein Beispiel für optimale Zusammenarbeit aller Vereine von Kervenheim", sagt Bernd Wessels.

Mit dabei waren auch die Kervenheimer Jeckskes, die sich durch die musikalische Gestaltung des "Kölschen Abends" im Gasthaus Brouwers etabliert haben. So waren es die Kölschen Lieder, die an diesem Nachmittag in Kervenheim erklangen.

"Kölsch" ist auch das ortseigene Dreigestirn, Prinz Ecki I. (Ekmar Leibeling), Bauer Herry der Lustige (Heribert Ehrentraut) und ihre Lieblichkeit Jungfrau Reinhilde die Knackige (Reiner Kürvers). "Unsere Veranstaltung ist ungezwungen, jeder kann spontan mitmachen. Und vor allem: Wir beschenken die Kinder reichlich", sagt Clemens Spittmann, Ehrenpräsident der "Geselligen Vereine".

So säumten nicht wenige Kinder mit ihren Eltern die Straße, als der kleine Zug sich in Bewegung setzte. Die Chipstüten, Schokoriegel und Plätzchen wanderten in großzügiger Menge in kleine Rucksäckchen und Taschen von kleinen Piraten, Indianern und Feuerwehrleuten.

(ath)