Kevelaer: Jetzt für Einsätze am Windrad gerüstet

Kevelaer: Jetzt für Einsätze am Windrad gerüstet

Wie wichtig der Einsatz von Rettern in großer Höhe sein könnten, zeigte erst kürzlich der Unfall an einem Windrad in Weeze. Dort hatte sich in mehr als 100 Meter Höhe ein Arbeiter schwer am Fuß verletzt. Da zunächst unklar war, ob der Mann überhaupt in der Lage sein würde, wieder auf den Boden zu kommen, waren die Experten der Feuerwehr aus Oberhausen angefordert worden, die extra für Höhenrettung ausgebildet sind. Die brauchten schließlich doch nicht einzugreifen, weil ein Kollege den Verletzten nach unten brachte.

Künftig soll es möglich sein, dass in solchen Fällen auch direkt Feuerwehrleute aus Twisteden zum Einsatzort kommen. Beim dortigen Löschzug hat sich nämlich ein Team gefunden, das sich entsprechend ausbilden ließ. "Durch einen ausgebildeten Höhenretter innerhalb unserer Reihen und einem guten Kontakt zu den Höhenrettereinheiten der Berufsfeuerwehren Duisburg und Aachen ist es uns möglich, eine Einheit zur Höhensicherung auf die Beine zu stellen", berichtet die Feuerwehr

Nach den ersten Abenden mit theoretischem Unterricht ging es schließlich in verschiedene Hallen, um erste Erfahrungen mit der Ausrüstung zu sammeln. Der Trupp aus Twisteden absolvierte einen Lehrgang in der Übungshalle Duisburg und lernte dort beispielsweise, wie man Personen aus großen Höhen abseilt und sicher auf den Boden bringt. Künftig wird das Team auch im Ernstfall im Einsatz sein. Denn alle acht Mitglieder absolvierten die Abschlussprüfung des Lehrgangs mit Bravour. Sie mussten dabei unter anderem zwei Einsätze simulieren und zeigen, dass sie in der Lage sind, in solchen Situationen zu helfen.

Die Idee zum Höhenretterteam war über das "Irrland" entstanden. Denn dort gibt es Spielgeräte in luftiger Höhe, von denen unter Umständen Kinder gerettet werden müssen. Zudem drehen sich auch rund um Kevelaer zahlreiche Windräder. Auch auf mögliche Einsätze hier will die Feuerwehr vorbereitet sein.

Das Team ist erst einmal hauptsächlich für das Stadtgebiet Kevelaer zuständig. Bei Bedarf ist aber auch durchaus denkbar, dass die Einheit zu Einsätzen in der Umgebung ausrückt. "Es handelt sich hier um ein tolles Projekt im Ehrenamt, bei dem man auch noch bedenken muss, dass die Ausbildung neben der eigentlichen Tätigkeit in der Feuerwehr absolviert wurde", lobt Kevelaers Feuerwehr-Chef Georg Metzelaers. Die Einheit ist für Einsätze bis zu 150 Metern Höhe ausgebildet. Nach der Prüfung sollen jetzt Objekte in Kevelaer gesucht werden, an denen geübt werden kann. Denkbar ist etwa der Wasserturm.

(zel)