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Kaarst: Ikea: Pläne werden neu ausgelegt

Kaarst : Ikea: Pläne werden neu ausgelegt

Weil sich unter anderem der Straßenverlauf in den Planungen deutlich verändert hat, müssen die überarbeiteten Flächennutzungspläne für das "Ikea-Gewerbegebiet" erneut öffentlich ausgelegt werden. Die Zeit drängt.

Den langen Weg bis zur Verwirklichung des "Generationenprojekts" Hüngert II vergleicht die Verwaltung gerne mit einem Marathon. Da ist der Abschluss jeder noch so kleinen Etappe ein großer Erfolg. Das Ende der öffentlichen Auslegung der geänderten Flächennutzungspläne (FNP) für den Bereich K 37n und die Ikea-Verlagerung wäre ein weiterer kleiner Schritt in Richtung Gewerbegebiet gewesen. Jetzt muss die Stadt doch wieder einen Umweg gehen.

Weil sich die Planungen, besonders durch Verschiebungen im Straßenverlauf, im Vergleich zu den offengelegten Plänen mittlerweile deutlich verändert haben, raten die Juristen der Verwaltung zu einer erneuten Auslegung. Alle relevanten Gutachten, einschließlich des Verkehrskonzeptes, sollen der Öffentlichkeit demnach noch einmal zugänglich gemacht werden. Für die Bürger heißt das: Sie haben einen weiteren Monat Zeit, sich über die geplanten FNP-Änderungen zu informieren, Bedenken zu äußern und Anregungen vorzubringen.

Für die Stadt Kaarst heißt das: Sie verliert weitere wertvolle Zeit. In einer Sondersitzung am 23. Februar soll der Planungs- und Verkehrsausschuss die zweite Offenlage beschließen. Wer sich die geänderte Fassung der geänderten Flächennutzungspläne anschaut, wird feststellen, dass das geplante Rampenbauwerk um circa 40 Meter nach Osten verschoben werden muss — unter anderem, weil am ursprünglichen Standort unter der Erde diverse Versorgungsleitungen verlaufen. Auch südlich der L 390 soll es Veränderungen geben. Die neue Planung berücksichtigt im nördlichen Bereich ein Bodendenkmal. An dieser Stelle wird nach aktuellem Stand "Verkehrsgrün" entstehen. Ursprünglich hatten die Planer dort Gewerbe angesiedelt. Dasselbe gilt für das Areal östlich der Rampe. Auch an dieser Stelle war Gewerbe geplant.

Probleme könnte die erneute Zeitverzögerung möglicherweise in Bezug auf eine von der Landesregierung für Mitte des Jahres ins Auge gefasste Änderung des Landesentwicklungsprogramms bedeuten. Die aktuelle Version stammt aus dem Jahr 2007. Damals wurde das Programm im Zuge der Diskussionen um das Oberhausener Centro verabschiedet. Demnach darf sich großflächiger Einzelhandel außerhalb der Ortszentren nur unter bestimmten Voraussetzungen ansiedeln. So muss zum Beispiel der Umfang des "zentren- und nahversorgungsrelevanten Randsortiments" auf maximal 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche beschränkt werden. In Kaarst hat man sich mit Ikea auf diese Größe geeinigt. Ursprünglich wollten die Schweden doppelt so viel Platz.

(NGZ)