Jüchen: Edle Pferderassen auf Schloss Dyck

Jüchen: Gäste kamen aus der ganzen Welt : Edle Pferderassen auf Schloss Dyck

Ägyptische Vollblutaraber sind höchster Adel: Alle Vorfahren gehen auf die Beduinenzucht zurück. Nicht nur auf der ganzen Welt, auch in Deutschland sind sie beliebt, wie sich bei dem „Egyptian Event Europe“ auf Schloss Dyck zeigte.

Gerade erst sind die Motorengeräusche des Publikumsmagneten „Classic Days“ rund um Schloss Dyck verhallt, bevölkern prachtvolle Pferde den Schlosspark. Die Züchter dieser arabischen Pferde rein ägyptischer Blutlinien nutzen das Event seit vielen Jahren, um Pferde aus Zuchtprogrammen anderer Gestüte zu sehen, um mit Züchterkollegen und Interessierten zu sprechen und nicht zuletzt, um mitzufiebern, wenn es am Ende um die Champions geht. Ausgerichtet wird diese hoch dekorierte Schau zum 31. Mal von der Pyramid Society Europe, einem gemeinnützigen Verein, der sich der Zucht, Pflege und Aufrechterhaltung dieser königlichen Rasse verschrieben hat.

Das Publikum aus aller Welt – aus Kuwait, Saudi Arabien, aber auch aus den europäischen Nachbarländern – hat es sich im Schatten des weißen Zeltes mit den festlich weiß dekorierten Tischen und Stühlen bequem gemacht. Von dort aus genießt es einen perfekten Blick auf den Schauplatz, auf dem sich an diesem Wochenende rund 60 Schönheiten präsentieren – präsentiert werden.

Schwerelos scheinen die Pferde über den Platz zu fliegen, voller Kraft und Anmut, mit wehender Mähne, den Schweif wie ein Segel in der Luft, vollendete Noblesse. „Das Ambiente könnte nicht schöner sein“, sagt Heike Hain von der Pyramid Society Europe, die die Schau organisiert hat. „Wir veranstalten dieses Event bereits im 31. Jahr und suchen uns stets besonders exklusive Orte dafür aus.“ Stolz sei sie, nicht nur zahlreiche Züchter aus entfernten Ländern begrüßen zu dürfen, sondern auch einige aus Deutschland.

„Das arabische Vollblut gilt als älteste rein gezogene Pferderasse der Welt. Als ständiger Begleiter und Kriegspferd der Beduinen – es war den Kriegern mehr wert als die eigene Ehefrau – wurde es geprägt von den harten Umweltbedingungen der arabischen Wüste und selektiert auf Ausdauer, Genügsamkeit und ein menschenfreundliches Wesen“, erklärt sie.

Diese Merkmale, gepaart mit hohem Adel und unvergleichlicher Schönheit, seien es, die die Faszination auf die Züchter und Liebhaber dieser Rasse ausübt. „Dabei machen sie nur einen Bruchteil der Gesamtpopulation der Pferde aus.“ Sie selbst betreibt mit ihrem Mann, einem Tierarzt, bereits seit zwei Jahrzehnten eine eigene Zucht. Ebenso wie Regina Wifling aus Bayern, die extra mit zwei ihrer schönsten Stuten angereist ist. Ihre „Malika“ ist eine Tochter von „Simeon Sadik“, dem inzwischen verstorbenen, einst schönsten schwarzen Hengstes der Welt. Kein Wunder, dass die erfahrene Stute ihre Sache brillant machte und den ersten Platz in der Seniorenklasse belegte. Und auch die junge „M See“, „Malikas“ Tochter, durfte mit ihren fünf Jahren zum ersten Mal die Luft der großen Bühne atmen und sich präsentieren. Ergebnis: der dritte Platz. „Als Kind habe ich über Araberpferde gelesen. Und mein Opa ist Araber, nach ihm habe ich das Gestüt benannt: Hamadi“, erzählt sie. „Ich liebe die Sanftmut, ihr Kontakt zu Menschen ist einfach unvergleichlich.“ Aufregung gab es in den Boxen kaum: „Unsere Pferde werden alle geritten, meist im Westernstil. Zu Hause ist alles immer cool und easy, da erleben sie auf einer Schau natürlich das komplette Gegenteil. Aber ich habe mit ihnen trainiert – und was soll vor solch einer tollen Kulisse schon schiefgehen.“

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