Hückeswagen: Neues Liederbuch für das Johannesstift

Hückeswagen : Neues Liederbuch für das Johannesstift

Der Besuch der evangelischen Gottesdienste im Altenzentrum Johannesstift war für manche Bewohner beschwerlich. Denn das evangelische Gesangbuch, das auch bei Gottesdiensten der Gemeinde in der Pauluskirche zum Einsatz kommt, ist für viele Senioren nicht nur zu schwer. Die kleine Schrift ist auch schlecht zu lesen.

"Außerdem sind die Seiten so dünn, dass viele Gottesdienstbesucher sehr lange brauchen, um sie umzublättern", sagte am Dienstag Pastor Heinz Weber bei der Vorstellung des neuen Liederbuchs. Das ist im handlichen DIN-A-4-Format hergestellt worden, leicht, und vor allem wurde die Schriftgröße so gewählt, dass sie von den Johannesstift-Bewohnern unproblematisch zu lesen ist. "Das war uns besonders wichtig", sagte Andrea Bürkle vom Sozialen Dienst.

Ein neues Liederbuch war schon seit längerem ein gemeinsames Anliegen des Pastors und des Sozialen Dienstes des Altenzentrums. Bei den Gesprächen kam dann die Idee auf, eine Sammlung herauszugeben. "Denn viele Lieder aus dem Gesangbuch sind bei den Stift-Bewohnern nicht bekannt, so dass sie sie nicht mitgesungen haben", berichtete Weber. Er suchte daher 86 Lieder heraus, die zum Zyklus des Kirchenjahres passen und gut mitgesungen werden können. Herausgekommen ist "ein repräsentatives und ökumenisches Liedgut, denn die evangelischen Gottesdienste besuchen auch die katholischen Heimbewohner und umgekehrt", sagte der Pastor.

Der besondere Clou sind die drei farbintensiven Illustrationen des Hückeswagener Künstlers Bernhard Guski. Die Arbeiten entstanden in den vergangenen Jahren, er hat sie aber dem Johannesstift zum Abdruck zur Verfügung gestellt. Die Weihnachtszeit repräsentiert der Stall von Bethlehem (ein Werk von 2012), das Passionsbild stammt aus dem Jahr 2000 und zeigt die 14. Station von Guskis Kreuzweg, der in Thermopenscheibe eingelassen als Installation in seinem Garten steht. Das dritte Bild heißt "Auf dem Weg" (2011) und soll laut Guski das Mit- und Füreinander im Stift symbolisieren.

Beim Gottesdienst im Altenzentrum am kommenden Samstag, 1. Februar, 10 Uhr, mit Pfarrer Reimund Lenth kommt das neue Liederbuch erstmalig zum Einsatz. Die Heimbewohner haben von den Vorbereitungen bislang nichts mitbekommen, sagte Ruth Vogel, die Vorsitzende des Beirats. Heimlich waren sie jedoch so etwas wie "Versuchskaninchen" für die Verantwortlichen. "Die Bewohner waren indirekt an der Erstellung beteiligt, weil sie die Schriftgröße getestet haben, ohne dass sie es wussten", warf Andrea Bürkle ein.

Heimleiter Matthias Rath jedenfalls ist zufrieden mit dem Ergebnis. Sein Urteil: "Das Liedbuch ist praktikabel und optisch ansprechend."

(büba)
Mehr von RP ONLINE