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Hückeswagen: Hoffnung für die Fredericqs

Hückeswagen : Hoffnung für die Fredericqs

Eine private Spendenaktion hat der von Baumängeln schwer betroffenen Familie Fredericq neue Hoffnung gebracht. Ein Hückeswagener Bauunternehmer will das Fundament des Hauses im "Weierbachblick" abdichten.

Erleichterung steht Ulrike Fredericq-Limperg ins Gesicht geschrieben: Es tut sich endlich etwas in ihrem Neubau an der Max-Bruch-Straße. Jan-Peter Berheide, Geschäftsführer des Hückeswagener Unternehmens Berheide Bautenschutz GmbH, hat in dieser Woche der Familie für die dringend notwendige Trockenlegung des Fundaments ein mehr als faires Angebot gemacht. "Als ich das bekam, habe ich vor Freude fast geweint", erzählt die vierfache Mutter.

Albtraum für die ganze Familie

Zum Hintergrund: Im November 2008 hatte die Familie Fredericq ihr lang ersehntes Eigenheim im Neubaugebiet "Weierbachblick" bezogen. Was folgte, war ein Albtraum. Das Haus war und blieb feucht, so dass der komplette Innenputz wieder entfernt werden musste. Die Baufirma aus Nümbrecht bestritt jegliche Verantwortung für den Pfusch am Gebäude — und meldete kurz darauf Insolvenz an. Bis heute leben die Fredericqs in den unverputzten Wänden, finanziell geht wegen der zusätzlich aufgenommenen Darlehen nichts mehr.

Das Schicksal der sechsköpfigen Familie hatte nach Berichten in der BM den 69-jährigen Hückeswagener Horst Wilhelm auf den Plan gerufen. Er rief kurzerhand zu einer Spendenaktion auf. 3140 Euro kamen zusammen. Von diesen Spenden können nun die am dringendsten notwendigen Arbeiten erledigt werden. "Zwei Seiten sind bereits ausgeschachtet, nun werden voraussichtlich im Juli die beiden anderen Seiten erfolgen", sagt Ulrike Fredericq-Limperg.

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Die Hände in den Schoß legen kann die Familie beileibe nicht. Bis dahin muss sie Teile der Außenanlage — Terrasse, Zaun und Bepflanzungen — wieder abreißen und den Putz abschlagen. Erst danach kann die Firma Berheide mit den Abdichtungsarbeiten beginnen und den Graben wieder mit Kies befüllen. "Normalerweise kostet die Aktion mehr als das Dreifache, aber das Unternehmen arbeitet zum Selbstkostenpreis", freut sich die Mutter. Auch wenn Ulrike Fredericq-Limperg aufgrund des jüngsten Fortschritts neuen Mut gefasst hat — die Belastung ist ihr deutlich anzusehen. Die ganze Familie klagt über Dauerhusten — Folge des Lebens in permanent feuchten Wänden? Erschwerend kommt hinzu, dass die Mutter seit einem Arbeitsunfall im Juni 2009 arbeitsunfähig ist.

"Die Kinder sind ja nicht dumm, sie bekommen alles mit", bedauert sie. Der Besuch von fremden Kindern ist — solange die Feuchtigkeit im Haus ist — die absolute Ausnahme. "Ich wünsche mir, dass wir irgendwann einmal zur Ruhe kommen, vor allem der Kinder wegen", sagt Ulrike Fredericq-Limperg.

(RP)