Hilden: Neue Heimat für Alt und Jung

Hilden: Neue Heimat für Alt und Jung

Durch einen Grundstücksverkauf erlöste die Evangelische Kirchengemeinde die Mittel zur Modernisierung von Friedenskirche und Gemeindezentrum. In der Nachbarschaft entsteht jetzt Hildens erste Demenz-WG.

Mehrgenerationenwohnen, das ist, geht es nach Mario Tommink, Vorstand der ibs Immobilien-AG, meist doch nicht mehr als ein "ausgelatschtes Schlagwort". Als Bauträger im Rahmen des Ende 2009 begonnenen, insgesamt rund acht Millionen Euro teuren Projekts einer neuen Nachbarschaft rund um die Friedenskirche, schickt er sich gleichwohl an, das Konzept mit Leben zu füllen.

Gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde, dem Diakonischen Werk und den Stadtwerken Hilden als Kooperationspartner. Und der Stadtverwaltung, für deren Unterstützung er sich ausdrücklich bedankt: "Das ist sicher nicht selbstverständlich."

Ein Vorhaben, das in Zeiten des Sparzwangs auch für Kirchengemeinden Leuchtturm-Funktion haben könnte. Denn Finanzierung, Planung und Umsetzung sind beispiellos kreativ erdacht und in bestem Einvernehmen und enger Abstimmung angegangen worden. Wohlgemerkt: ohne dass der Betrieb von Kindertagesstätte (Kita) und Gemeindezentrum eingestellt worden wäre.

Erlös in Umbau investiert

Am Anfang steht die Verlegung der Kita an der Schumannstraße in das Gemeindezentrum. Das so freigewordene Grundstück hat Tomminks Gesellschaft erworben, mit dem Erlös wiederum konnte das Zentrum modernisiert werden (Fertigstellung im Sommer letzten Jahres). 14, zwischen 155 und 175 Quadratmeter große und zwischen 265 000 und 395 000 Euro teure energieffiziente Einfamilienhäuser für junge Familien hat die ibs schlüsselfertig gebaut, sie sind bereits sämtlich bezogen. Bis Mitte Dezember soll auch der Rohbau für das Mehrfamilienhaus stehen.

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Das Konzept für dessen Nutzung fügt sich nahtlos ein. Im Erdgeschoss wird unter der Federführung des Diakonischen Werks auf 400 Quadratmetern eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Demenzkranke entstehen. So soll ein möglichst privates und familiäres Lebensgefühl ermöglicht werden. Bei gleichzeitiger Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch Fachpersonal. Pfarrerin Sonja Schüller, Vorsitzende des Diakonischen Werks in Hilden, sieht dafür großen Bedarf, stießen Angehörige bei der Betreuung daheim doch oft an ihre Grenzen. Das nächste vergleichbare Angebot findet sich in Velbert — ebenfalls in diakonischer Trägerschaft. Der letzte Bau soll bis Juli 2012 fertiggestellt sein.

Einsparpotenzial

Innovativ ist auch das von den Stadtwerken erarbeitete passgenaue Energiekonzept. Dabei setzt man auf eine gemeinsame Heizzentrale mit einer stromerzeugenden Heizungsanlage.

Der Strom wird in der Friedenskirche genutzt oder ins öffentliche Netz eingespeist und entsprechend vergütet. Das Kohlendioxid-Einsparpotenzial für die nächsten zehn Jahre beziffert der Hersteller, eine Vaillant-Tochter, mit 375,7 Tonnen.

(RP)
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