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Haan: Mobilität im Alter erfordert Investitionen

Haan : Mobilität im Alter erfordert Investitionen

Mehr als 70 Prozent der über 80-Jährigen ist noch zu Fuß unterwegs. Barrierefreiheit ist gefragt.

Die im Bundesgebiet bisher einzigartige "Hochaltrigenbefragung" hat für Haan manche Überraschung ergeben. Mehr als 70 Prozent der über 80-Jährigen ist noch zu Fuß unterwegs. 12 Prozent nutzen sogar noch ihr Fahrrad. Karlo Sattler vom Seniorenbeirat nannte im Sozial- und Integrationsausschuss ein Beispiel, das zugleich ein Defizit offenbarte. Das Fahrrad wird etwa von Bewohnern des Bereiches Nachbarsberg zum Einkaufen genutzt. Auf dem Rückweg - den Berg hinauf - trägt der geschobene Drahtesel die Einkäufe. "Dort fehlt es an Radwegen", stellte Sattler fest. Ziel des Seniorenbeirates sei es, in allen Quartieren der Stadt Verbesserungen zu erzielen. "Jeder vierte Haaner ist 65 Jahre und älter. Das hat Konsequenzen für die Barrierefreiheit!", betonte Karlo Sattler. Dazu werde die Stadt auch Geld für Investitionen in ihre Infrastruktur in die Hand nehmen müssen.

In den nächsten Monaten sollen erste Schritte unternommen werden, das in mehreren Beratungsrunden grob entwickelte Handlungskonzept zu verfeinern. Ausschussvorsitzender Bernd Stracke freute sich, dass die Befragung - von der Vorbereitung bis zur Auswertung sind 22 Monate ehrenamtliche Arbeit investiert worden - valide Zahlen ergeben hat, mit denen die Politik auch arbeiten könne. Stracke regte an, dass die 140-seitige Studie einmal separat in einer Ausschusssitzung vorgestellt würde.

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Sozialdezernentin Dagmar Formella kündigte an, dass im zweiten Halbjahr 2018, Anfang 2019 erste Runde Tische in den einzelnen Quartieren eingerichtet werden sollten. Die Stadt selbst unterstützt das Handlungskonzept aus der Befragung nach Kräften. "Jeder Tag, an dem ein Senior noch in der eigenen Wohnung leben kann, spart eine Menge Geld", erklärte Sozialamtsleiter Michael Schneider. Und machte das an einer Zahl deutlich: Der Kreis Mettmann gibt im Jahr und 40 Millionen Euro für die Unterbringung alter Menschen auf.

Karlo Sattler übte auch Kritik an der Verwaltung. Die Stadt habe "die ganzen Hilfsmittel an sich vorbeiziehen lassen!" Weil Personal im Sozialbereich fehlte, seien bestehende Förderprogramme nicht in Anspruch genommen worden.

(-dts)