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Krippenspiel in der Evangelischen Kirche Haan

Haan : Eifrige Proben fürs Krippenspiel

Mehr als 40 Kinder führen Heiligabend das Krippenspiel in der Evangelischen Kirche auf. Seit Wochen üben sie dafür.

In der evangelischen Kirche herrscht geschäftiges Treiben. Eltern bringen ihre Kinder herein, andere Kinder sind bereits dabei, Kostüme anzuziehen. Es wird gekichert und geplappert. Ein bisschen aufgeregt sind sie schon, die kleinen Darsteller des Krippenspiels. Mehr als vierzig Kinder zwischen drei und elf Jahren sind daran beteiligt – ein kleiner wilder Haufen, der nicht so leicht zu bändigen ist. Das merkt auch Kantor Martin Honsberg, der mit rund zwanzig Kindern ein Lied einstudiert. „Es ist immer ein bisschen Kuddelmuddel bis sie in ihren Kostümen sind“, sagt er. Dann stehen lauter kleine weiße Engel vor ihm. „Das ist der Engelschor der Himmlischen Heerscharen“, erklärt der Kantor. Sie dürfen ein begeistertes „Gloria“ singen.

Auch Erika Henners kennt die Herausforderungen, ein Krippenspiel einzustudieren. „Man hat nur vier Wochen mit den Kindern und viele kennt man vorher nicht. Man muss da erst Kontakt herstellen, Vertrauen schaffen.“ Erika Henners schreibt seit Jahren das Krippenspiel. „Wir haben dann eine Probe und danach passen wir es an“, erzählt Pfarrerin Gabriele Gummel. Hanna (9) spielt einen König. „Caspar“, verrät sie. Sie ist nicht das erste Mal dabei. „Ich war schon mal Hirte und Stern von Bethlehem.“ Die Geschichte findet sie toll. Milan wollte zuerst Soldat sein. „Aber jetzt bin ich lieber Hirte“, erzählt der Fünfjährige. Das hat auch einen ganz bestimmten Grund: „Die Hirten sind länger dran.“ Die Brüder Clemens (5), Ludwig (3) und Jakob (7) sind mit ihrer Soldatenrolle dagegen sehr zufrieden. „Ich finde es gut, dass wir einmal hochlaufen und dann wieder runterlaufen. Und dann haben wir nichts mehr zu tun“, meint Jakob. Auch Text brauchen die Soldaten keinen zu lernen. „Nur der Herold“, erklärt Jakob, der in früheren Krippenspielen schon mal ein Schaf und einen Hirten verkörpert hat.

Besonders glücklich ist Hanna, die in diesem Jahr die Rolle der Maria übernehmen darf. „Ich wollte das schon im letzten Jahr machen“, sagt die 9-Jährige, „aber dann war ich doch Hirte.“ Auch sie hat einen Grund, warum sie diese Rolle unbedingt spielen will: „Weil man da viel Text hat.“ Hanna hat nämlich kein Problem damit, Text auswendig zu lernen. Und überhaupt: „Das macht ganz doll Spaß!“ Zu den singenden Engeln gehören Mia (7) und Paula (6).

Paulas Mutter Daniela Hebel freut sich über die Begeisterung der Kinder. „Früher sind wir immer zum Kindergottesdienst gegangen und irgendwann wollte Paula mitmachen“, erzählt sie. „Die Kinder freuen sich schon das ganze Jahr darauf.“ Und auch, wenn die Aufregung groß ist und es vielleicht noch ein wenig chaotisch anmutet, weiß Erika Henners jetzt schon: „Es ist in all den Jahren immer gleich: An Weihnachten funktioniert es.“