Meinung: Menschenwürde und Wirtschaftlichkeit

Meinung : Menschenwürde und Wirtschaftlichkeit

Die Übergangswohnheime an der Deller Straße sollen eine Zukunft haben. Bürgermeisterin Bettina Warnecke sagte, die Sanierung der maroden Quartiere sei beschlossen worden. Unabhängig davon geht es um neue Häuser an der Straße Heidfeld.

Die Zustände in den Unterkünften Deller Straße 90, 90a und 90b sind schlecht. Viele sprechen zu Recht von menschenunwürdig. Nach dem gemeinsamen Antrag von CDU, GAL und FDP soll jetzt eine Sanierung angegangen werden. Rund 1,2 Millionen Euro sollen ausreichen, haben erste Schätzungen der Verwaltung ergeben. Im Hauptausschuss wurde Kritik laut an diesen Sanierungsüberlegungen. Die Investition in die marode Immobilie werde nicht nachhaltig sein. SPD-Fraktion und WLH machten sich stark für einen Neubau. WLH-Fraktionsvorsitzende Meike Lukat merkte an, neue Gebäude am Heidfeld hätten längst fertig sein können. Pläne dafür liegen seit zehn Jahren in der Schublade.

Das ist richtig. Aber heute geht es um größere Häuser für mehr Personen. Am Heidfeld gab es damals große Widerstände gegen einen vergrößerten Neubau. Das Bebauungsplan-Verfahren wurde nicht mit Nachdruck vorangetrieben. Dann wollte die Ratsmehrheit erst Standards festgestellt wissen. Die Beschlüsse liegen seit Frühjahr 2019 erst vor. Und eigentlich kann erst jetzt geplant werden.

In der Zwischenzeit ist der Zustand der Häuser nicht besser geworden. Und heute müssen mehr Personen – unter anderem anerkannte Flüchtlinge – mit einem Dach überm Kopf versorgt werden. Das macht das Problem nicht leichter lösbar. Zumal bei einem Neubau an der Deller Straße ein Ersatzquartier für die Bauzeit bestehen müsste. Somit könnte eine nicht besonders wirtschaftliche Sanierung vielleicht doch die bessere Lösung sein, um menschenwürdige Quartiere zu schaffen.

ralf.geraedts@rheinische-post.de