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Haan: Bahn frei für vierzügiges Gymnasium

Haan : Bahn frei für vierzügiges Gymnasium

SPD zieht Prüfantrag für Dreizügigkeit zurück. Unmut in Ausschuss-Sitzung.

Die entscheidenden Sätze sprach Uwe Elker (SPD) am Ende einer langen Auseinandersetzung: "Wir haben zwar noch weiterhin gewisse Bauchschmerzen bezüglich der statistischen Zahlen. Aber wir finden eine Vierzügigkeit an der Unterkante besser als eine Dreizügigkeit an der Oberkante."

Die SPD zog daher im Bildungsausschuss am Dienstagabend ihren Antrag an die Stadtverwaltung zurück. Darin hatte sie gefordert, dass die Stadt auch Pläne für ein dreizügiges Gymnasium erstellen soll. Begrüßt wurde diese Entscheidung von zahlreichen im Publikum sitzenden Eltern mit Applaus. Denn damit können sich die Befürworter eines vierzügigen Gymnasiums der Unterstützung durch die Mehrheit im Rat sicher sein.

Der Ankündigung vorangegangen war eine Sitzung unter großer Anspannung. Eigentlich sollte im Ausschuss Dr. Detlef Garbe vom Beratungsbüro Dr. Garbe & Lexis einen öffentlichen Kurzvortrag zur Schulentwicklung in Haan halten. Er hatte schon am Montagabend im nicht öffentlichen Haaner Arbeitskreis (AK) für Schulentwicklung gesprochen. Doch die Leiterin des Ausschusses, Monika Morwind (CDU), hatte den Fachmann wieder ausgeladen. "Wir sind übereingekommen, dass es nicht effektiv ist, das heute schon zu machen", begründete sie ihren Schritt.

Diesen aber bezeichneten Uwe Elker (SPD), Jochen Sack (GAL) und Annegret Wahlers (WLH) teils sichtlich erregt als "Alleingang", der im Arbeitskreis besprochenen Absprachen widerspreche. "Wir hatten vereinbart, dass Dr. Garbe die Präsentation vorstellt, damit dem Bürger transparent ist, woran der AK arbeitet", sagte Sack. Und Jörg Dürr (SPD) sagte, er halte es "für fatal und nicht angemessen, durch einen Alleingang das Vertrauen zu gefährden". Morwind rechtfertigte sich damit, dass der Vortrag beide Themen - Ausbau Gymnasium und allgemeine Schulentwicklung - vermischen würde. "Und das gehört nicht nicht in einen Topf mit der Gymnasiumsentscheidung", so Morwind.

Schließlich einigte man sich darauf, Garbe anzurufen. Er traf noch am selben Abend ein und hielt seinen Vortrag. Wichtigste Botschaft: Gemessen an der ihm vorliegenden Zahl der Schüler des Jahrgangs 2013/14 ist in Haan die Einrichtung auch einer Gesamtschule möglich. Allerdings: "Würde die Realschule weiter bestehen, dann wären weder eine Gesamt-, noch eine Sekundarschule möglich."

(RP)