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Haan: Was die Schüler aus Eu verblüfft

Haan : Was die Schüler aus Eu verblüfft

47 französische Austauschschüler staunen über den frühen Festschmuck in Haan.

Laura und Mathilde beenden die Stille als erste. Die beiden Zwölfjährigen aus Eu in der Normandie stimmen ganz einfach den Chanson "Oh, Champs-Élysées" von Joe Dassin an. Und 45 Mitschüler fallen nach und nach in das Lied ein. Vorausgegangen war ein, zugegeben etwas spitzbübischer, Hinweis von Bürgermeister Knut vom Bovert, gestern Morgen im Rathaus. Während an die Schüler aus der französischen Partnerstadt Weckmänner verteilt wurden, erläuterte vom Bovert auf Französisch den Brauch der Teig-Kerle zu St. Martin und schloss mit dem Hinweis: "Ohne ein Lied darf man die Weckmänner jedoch nicht anrühren." Laura und Mathilde sei Dank - es wurde auch diese Klippe im Mikrokosmos der Partnerstädte überwunden.

Aktuell besuchen 47 Schüler vom Collège Louis Philippe die Stadt Haan. Eine neue Rekordzahl - mehr als doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. In Eu gehen sie in die 5. und 6. Klassen ihres Kollegs. Und staunen seit Montag vor allem über drei Dinge in Haan: "Die Straßen und Häuser sind jetzt schon für Weihnachten geschmückt. Das beginnt bei uns in Frankreich viel später und ist auch deutlich reduzierter. Die Kinder haben schon viele Fotos gemacht", berichtet Lehrerin Magali Toutain.

Zudem staunten französische wie deutsche Schüler über die Unterschiede im Bildungssystem: "Sehr oft endet die Schule in Deutschland schon um ein Uhr mittags", sagt Erynne (12). In Eu sei täglich bis 17 Uhr Unterricht, deutlich weniger Zeit zum Spielen. "Außerdem sind die französischen Lehrer strenger", meint Fabian Grundmann, Französischlehrer am Städtischen Gymnasium, der auf Haaner Seite den Austausch organisiert. Erynne nutzt die Gelegenheit und setzt sich zum Bürgermeister auf den Schoß. Das Foto will sie der Klasse vermachen.

Dann geht's zum Kölner Schokoladenmuseum und dem Weihnachtsmarkt. Heute steht eine Führung auf Französisch durchs Neanderthal-Museum auf dem Programm. Morgen fahren die Schüler zurück - der Gegenbesuch ist für kommenden Juni geplant.

(dne)