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Grevenbroich: TuS: Stadion ist marode

Grevenbroich : TuS: Stadion ist marode

Während Sportstätten anderer Vereine in Grevenbroich ausgebaut wurden, blieb der TuS bislang auf der Strecke. Jetzt sandte der Landesligist einen Hilferuf an die Stadt: Das Schloss-Stadion muss saniert werden.

Ist diese Arena eines Landesligisten würdig? Marode Sanitäranlagen, viel zu kleine Umkleidekabinen, ein veraltetes Vereinsheim und unzulängliche Trainingsmöglichkeiten. Das in den 70er Jahren gebaute Schloss-Stadion muss saniert werden! Diesen Hilferuf sandte der TuS-Vorstand jetzt bei einem Ortstermin an Bürgermeisterin Ursula Kwasny und die Vertreter der Ratsfraktionen. Während Sportplätze in Kapellen, Elfgen oder Gustorf auf Vordermann gebracht wurden, hatten die Grevenbroicher bislang das Nachsehen. "Eigentlich müssten wir auch einmal dran sein", meint Fußballer-Chef Herbert Schikora.

Der 800 Mitglieder starke TuS stieß auf Verständnis. "In den Gebäuden herrschen in der Tat schlimme Zustände. In den Toiletten sieht es aus wie in einer Tropfsteinhöhle", urteilt Hans-Peter Korte, Chef von Sportausschuss und Stadtsportverband. Sein Fazit nach dem Ortstermin: "Eigentlich müsste das alles abgerissen und neu gebaut werden." Korte will das Thema auf die politische Schiene setzen, der Fachausschuss soll darüber in seiner Juni-Sitzung diskutieren. Dabei wird auch ein weiterer Wunsch des 99 Jahre alten Vereins zur Sprache kommen — nämlich der nach einem Kunstrasenplatz.

"Auf dem Ascheplatz und der Waldwiese haben wir schlechte Trainingsbedingungen, wir brauchen langfristig eine Lösung", erklärt Schikora. Da sich ein Kunstrasen wegen des Unterbodens im Bereich des Alten Schlosses wohl nicht realisieren lässt, sucht der TuS nach einem Ausweichplatz: "Möglicherweise könnte der am Sodbach liegen", sagt Schikora. Die Idee: Den Elfgener Sportplatz in Richtung Forstbauhof erweitern und ihn um ein zweites Kunstrasenfeld vergrößern. "Vielleicht gibt es auch eine andere Möglichkeit in der Nähe des Stadions, das muss geprüft werden", erklärt Norbert Gand, CDU-Fraktionsvorsitzender und ehemaliger Präsident des TuS. Für ihn steht grundsätzlich fest: "Der Verein hat mit seinen 16 Mannschaften lange hintenan stehen müssen, jetzt ist er auch einmal dran."

Die Kosten für Sanierung und Kunstrasen schätzt Herbert Schikora auf rund zwei Millionen Euro. Ganz klar: Dieses Geld fehlt der im Nothaushalts-Sumpf steckenden Stadt. Und mit der Sportpauschale des Landes (jährlich etwa 170 000 Euro) lässt sich dieses Projekt nicht stemmen. "Dem TuS muss ohne Zweifel geholfen werden. Doch die Finanzierung eines solchen Projekts ist unter den gegebenen Umständen äußerst schwierig", prognostiziert Sportdezernent Michael Heesch. Ob die Sanierung gelinge, sei noch nicht abzuschätzen.

(NGZ)