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Grevenbroich: Thanopoulos: Fair mit Griechenland umgehen

Grevenbroich : Thanopoulos: Fair mit Griechenland umgehen

Vassilios Thanopoulos, Vorsitzender der Griechischen Gemeinde Grevenbroich, ist Grieche und Deutscher – "deshalb bin ich zurzeit traurig über die aktuelle Diskussion über Griechenland". Das Land ist mit rund 300 Milliarden Euro verschuldet, braucht dringend Geld. Der Internationale Währungsfonds und EU-Länder schnüren ein Rettungspaket, Deutschland soll 8,4 Milliarden beibringen.

Vassilios Thanopoulos, Vorsitzender der Griechischen Gemeinde Grevenbroich, ist Grieche und Deutscher — "deshalb bin ich zurzeit traurig über die aktuelle Diskussion über Griechenland". Das Land ist mit rund 300 Milliarden Euro verschuldet, braucht dringend Geld. Der Internationale Währungsfonds und EU-Länder schnüren ein Rettungspaket, Deutschland soll 8,4 Milliarden beibringen.

Thanopoulos kritisiert aber das "unsolidarische Verhalten von einigen Politikern und Teilen der Medien in. Deutschland. "Manchmal wird getan, als solle Deutschland allein Griechenland retten, doch an der Hilfe beteiligen sich viele." Der 54-Jährige ärgert sich auch über anderes: "Da ist von Luxusrenten in Griechenland die Rede, doch so hohe Beträge bekommen nur ganz wenige. Meine Tante erhält 180 Euro Rente im Monat. Und der Durchschnittsverdienst eines Griechen liegt bei 800 Euro im Monat. Wo soll da noch gespart werden?"

Vassilios Thanopoulos wurde in Thessaloniki geboren, lernte dort in einer deutschen Schule. Nach dem Abitur kam er nach Deutschland, studierte in Aachen. "Ich liebe beide Länder. Deshalb tut mir der Konflikt besonders weh. Wenn ich mit Menschen in Griechenland telefoniere, höre ich oft, dass sie angesichts der Freundschaft zwischen beiden Länden enttäuscht sind." Griechenland müsse fair behandelt werden, sagt Thanopoulos. "Wenn ein EU-Land in Schwierigkeiten kommt, sollen die Partner ihm helfen. Und wenn griechische Politiker, wie behauptet, falsche Zahlen zur Finanzlage angegeben haben, muss das unbedingt vor Gericht geklärt werden."

(NGZ)