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Geldern: Jaydens großer Tag in Hamburg

Geldern : Jaydens großer Tag in Hamburg

Der siebenjährige Junge aus Geldern-Veert wurde zum Musical "Billy Elliot" eingeladen. Das erzählt genau seine Geschichte, die eines Tänzers, der für seinen Traum kämpfen muss, weil er ein Junge ist. Die Macher vom Mehr!-Theater setzen ein Statement.

Die Begeisterung ist beinahe greifbar, wenn Jayden von seinem Ferienerlebnis erzählt. "Sehr, sehr toll", sagt er über seinen Kurzurlaub in Hamburg mit Besuch des Musicals "Billy Elliot". Er und seine Familie waren eingeladen worden, denn die Geschichte des siebenjährigen Veerters hatte hohe Wellen geschlagen, die bis nach Hamburg reichten.

Jayden tanzt Ballett. Das kam nicht bei allen gut an. Er wurde geärgert. Um ihn zu ermutigen, hatte seine Gelderner Tanzlehrerin Janine Ingenpass Tänzer Sören Niewelt eingeladen, der mal ordentlich mit den Vorurteilen, was Männer dürfen und was nicht, aufräumte. Die RP berichtete, und das Musical-Theater Mehr! in Hamburg reagierte.

"Mit großem Interesse haben wir Ihren Artikel ,Ballett ist was für starke Männer' über den siebenjährigen Jayden gelesen. Und wir haben sofort gedacht, da müssen wir handeln - denn für das Ballett gilt das gleiche wie für das Musical: Jungs, die sich dafür begeistern, werden leider schnell in eine Ecke gestellt und gemobbt."

Es folgte die prompte Einladung nach Hamburg, die nun in den Ferien eingelöst wurde. "Wir wollen Jungen wie Jayden Mut machen, ihren Traum vom Tanzen zu verfolgen. Nichts erzählt diese Geschichte besser als ,Billy Elliot -The Musical'", erklärt Mehr!-Entertainment-Geschäftsführer Maik Klokow. Den Aufenthalt im Hotel Hyperion, direkt neben der Hamburg Speicherstadt und nur 900 Meter vom Mehr!-Theater entfernt, gab es noch als Geschenk obendrauf.

Der Besuch des Musicals blieb aber der absolute Höhepunkt. "Da ist ein Junge, der geht zum Boxen, in der Boxhalle ist auch eine Tanzlehrerin mit ihrer Ballettstufe", erzählt Jayden die Geschichte nach. Billy Elliot ist fasziniert davon, beginnt mit dem Tanzen. Sein Vater verbietet ihm das allerdings rigoros. Jaydens Eltern unterstützen ihn. Es sind eher die Gleichaltrigen, die ein Problem damit haben, dass er begeistert vom Ballett ist und nicht vom Fußball spielen.

"Wer hat Billy Elliot unterstützt?", fragt seine Mutter Jasmin Eckert nach. "Sein Freund und seine Ballettlehrerin", sagt Jayden und zieht den Vergleich zu seiner Tanzlehrerin Janine Ingenpass, die immer wieder um das Selbstverständnis kämpft, dass auch Jungen Ballett tanzen dürfen.

Die Musicalgeschichte von Billy Elliot nimmt ein glückliches Ende. "Es war ein total emotionaler Abend", sagt Papa Sven Eckert im Rückblick. "Da saß keiner mehr. Jayden war nicht der einzige, der auf seinem Sitz gestanden hat", beschreibt die Jasmin Eckert die Wirkung des Musicals auf das Publikum. Ohne Jungs wie Jayden, die also Tanzen als Passion haben, würde es Musicals wie Billy Elliot und viele andere Tanzpassagen gar nicht geben. Und dann würde was fehlen. Jayden nickt, als seine Mutter ihn fragt, ob das Musical seinen Wunsch, Tänzer zu werden, verstärkt hat.

"Das war die beste Einladung auf der Welt", sagt er mit der festen Überzeugung eines Siebenjährigen. Da ist ein Weg in die Zukunft gebaut worden.

(RP)