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Erkelenz: Tanz für Gerechtigkeit

Erkelenz : Tanz für Gerechtigkeit

Die Erkelenzer Frauen Aktion macht sich im Rahmen der internationalen Kampagne "One Billion Rising" mit einem Tanzflashmob am Valentinstag stark für Frauenrechte - und ruft zum Mitmachen auf.

Auch in der heutigen Zeit sind Toleranz und Respekt gegenüber unseren Mitmenschen leider keine Selbstverständlichkeit. Statistiken belegen, dass weltweit jede dritte Frau geschlagen, vergewaltigt oder anderweitig missbraucht wird. Ein trauriges Phänomen, das bei allem Fortschritt auch noch innerhalb der deutschen Grenzen existiert. Bei einer Weltbevölkerung von über 7,4 Milliarden summiert sich die Zahl der missbrauchten Frauen und Mädchen auf über eine Milliarde. Als Reaktion auf diese erschreckenden Daten wurde die internationale Kampagne "One Billion Rising" (OBR) geboren, die jährlich am 14. Februar eine Milliarde Menschen mobilisieren will, um sich unter dem Motto "Solidarität gegen die Ausbeutung von Frauen" in Tanzaktionen stark zu machen gegen die Gewalt und Benachteiligung, die Frauen vielerorts auch heute noch erfahren.

Bei der weltweiten Unternehmung ist auch Erkelenz mit dabei - zum zweiten Mal organisiert die Erkelenzer Frauen Aktion (Efa) im Rahmen von OBR am Aktionstag einen Tanzflashmob. Am diesjährigen Valentinstag findet der friedliche Protestakt um 12.30 Uhr im Beisein der Gleichstellungsbeauftragten Elke Bodewein und Anja Minkenberg auf dem Erkelenzer Marktplatz statt - und alle Bürger sind dazu eingeladen, sich am Tanz gegen Gewalt zu beteiligen und so gemeinsam mit Millionen ein Zeichen zu setzen.

Unter der Leitung von Ute Eschweiler, Tanz- und Bewegungstherapeutin und Vorstandsmitglied der Efa, probten am Donnerstag die "Tanzfrauen" mit Gästen zum dritten Mal die Choreographie für den großen Tag in der Leonhardskapelle. Getanzt wird zum offiziellen Kampagnensong "Break the chain" und der deutschsprachigen Version "Spreng die Ketten". Es gibt verschiedene Choreographien zu den Liedern, aus deren Elementen und Bewegungsabläufen Ute Eschweiler einen Tanz mit wiederkehrenden Schritten geschaffen hat, dem man leicht folgen kann: "Die Botschaft ist sehr wichtig, und damit möglichst viele mitmachen können, habe ich etwas zusammengebastelt, das nicht zu schwer ist", sagte sie.

Wer sich am 14. Februar beteiligen will, sich aber vorher gerne mal mit der Choreographie vertraut machen möchte, kann spontan zu den nächsten Proben erscheinen. Diese finden am 2. und am 9. Februar um jeweils 10.30 Uhr in der Leonhardskapelle statt. Dass Erkelenz Teil der weltweiten Kampagne geworden ist, ist einem glücklichen Zufall geschuldet: Ute Eschweiler wurde vor einigen Jahren Zeugin der OBR-Aktion in Mönchengladbach, nahm teil und war von dem Konzept begeistert. Zusammen mit der Efa-Vorsitzenden Barbara Nießen organisiert sie nun die jährlichen Tanzproteste, um der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu setzen.

(kasc)