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Duisburg: Woran die Duisburger erkranken

Duisburg : Woran die Duisburger erkranken

Duisburg hat Rücken – so einfach lässt sich die Studie der Krankenkasse DAK zum Krankenstand und der Art der Erkrankung in Duisburg zusammenfassen. Positiv fällt der leichte Rückgang der Erkrankungen insgesamt auf.

Duisburg hat Rücken — so einfach lässt sich die Studie der Krankenkasse DAK zum Krankenstand und der Art der Erkrankung in Duisburg zusammenfassen. Positiv fällt der leichte Rückgang der Erkrankungen insgesamt auf.

Die gute Nachricht vorweg: Der Krankenstand in Duisburg ist laut einer Studie der Krankenkasse DAK im vergangenen Jahr leicht gesunken. Die Tage, an denen Duisburger Arbeitnehmer krankheitsbedingt zu Hause bleiben mussten, nahmen um 0,2 Prozentpunkte ab. Im gleichen Zeitraum blieben die Krankentage im ganzen Bundesland NRW relativ unverändert. Mit 4,1 Prozent hat die Region um Duisburg allerdings weiterhin einen höheren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (3,8 Prozent). Den höchsten Krankenstand in NRW mit 5,1 Prozent haben übrigens Gelsenkirchen und Bottrop. Die niedrigste Ausfallquote verzeichnen Düsseldorf und Köln mit 3,2 Prozent.

Und nun zu den schlechten Nachrichten: Duisburg hat ein Rückenproblem. Beinahe jede vierte Krankschreibung geht auf eine Erkrankung der Muskulatur oder des Skeletts zurück. "In den meisten Fällen sind dies Rückenprobleme", sagt Holger Sikorski, Diplom-Sportlehrer und Leiter der Therapieeinheit am Klinikum Duisburg. Dort kümmern sich Sportmediziner und Physiotherapeuten um diejenigen, die laut Sikorski zu den gut 50 Prozent aller Deutschen gehören, "die irgendwann mal Probleme mit dem Rücken bekommen". Allerdings scheinen die Präventionsprogrammen nicht nur im Klinikum langsam Wirkung zu zeigen. Auch bei den Rückenleiden und anderen Krankheitsbildern an Muskulatur und Skelett gingen die Krankheitstage laut DAK um 2,1 Prozent zurück.

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Auch in der zweitgrößten Gruppe der Erkrankungen verzeichnet die Krankenkasse einen Rückgang: Wegen psychischer Probleme wie Depressionen oder Angstzuständen wurden 16,8 Prozent weniger Arbeitnehmer krankgeschrieben als noch im Vorjahr. Dennoch kann nicht von einer Trendwende gesprochen werden. Eine aktuelle Langzeitanalyse für NRW zeigt, dass in den vergangenen zwölf Jahren die Fehltage bei psychischen Erkrankungen um 90 Prozent gestiegen sind. Gleichzeitig gingen die Krankschreibungen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegserkrankungen deutlich zurück. Nach Einschätzung der DAK-Experten nehmen die Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen vor allem deshalb zu, weil Betroffene und Ärzte inzwischen anders mit seelischen Leiden umgehen. "Viele Arbeitnehmer werden heute mit einem psychischen Problem krankgeschrieben, während sie früher zum Beispiel mit der Diagnose chronische Rückenschmerzen arbeitsunfähig gewesen wären", sagt Alexander Ochtrop von der DAK-Gesundheit. Die in die Studie einbezogenen Ärzte sehen in Arbeitsverdichtung, Konkurrenzdruck und langen Arbeitszeiten eine Ursache für mehr Krankschreibungen mit psychischen Diagnosen. Aus Sicht der Mediziner gibt es für nicht so leistungsfähige Mitarbeiter immer weniger Platz in der Arbeitswelt. Ferner führe fehlender sozialer Rückhalt zu mangelnder Widerstandsfähigkeit .

(RP)