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Duisburg: Hochwasserhelfer für Sachsen

Duisburg : Hochwasserhelfer für Sachsen

Arbeitsagentur: Vier arbeitslose Jugendliche fahren nach Köthen, um Hochwasseropfern zu helfen.

"Wir wussten nicht, wo wir schlafen, was und wie lange wir arbeiten würden, aber wir haben uns alle gerne freiwillig gemeldet", sagte Peter Pieczkowski. Er ist einer der vier Helfer, die eine Woche lang in dem kleinen Ort Köthen, Kreisstadt des sachsen-anhaltischen Landkreises Anhalt-Bitterfeld, mit anpackten. Unter Aufsicht und mit tatkräftiger Unterstützung ihres Anleiters Ingo Ingensiepen halfen Peter Pieczkowski, Kevin Krause, Kevin Lange und Dominik Raju-Lal den Menschen, die vom Hochwasser besonders betroffen waren.

Die vier arbeitslosen Jugendlichen absolvierten eigentlich gerade eine Arbeitsangelegenheit des Jobcenter Duisburg. Als eine Anfrage des Deutschen Roten Kreuzes kam, meldeten sie sich kurzentschlossen für das nach Abenteuer "riechende" Projekt an. "Die Zustände waren katastrophal. Das hat uns schon schockiert, aber wir wollten unbedingt helfen", so Pieczkowski.

"Wir haben ganz unterschiedliche Dinge gemacht. Zum Beispiel haben wir umgestürzte Bäume weggeräumt, um dann aus dem Holz Feuerholz zu machen", sagte Anleiter Ingensiepen. Das Hochwasser von Anfang Juni hatte bundesweit einen Schaden von rund 6,68 Milliarden Euro verursacht. Tausende Helfer waren und sind zum Teil noch immer in den zwölf betroffenen Bundesländern vor Ort. Benötigt würden allerdings noch viel mehr, sind die Duisburger überzeugt. Kevin Krause sagte zum Erfolg ihres Aufenthalts: "Wir konnten nicht viel machen. Natürlich haben sich unsere Bemühungen schon bemerkbar gemacht, allerdings hätten wir in zwei Wochen noch viel mehr erreichen können." Deswegen wollen die fünf jungen Männer auch wieder in das Hochwassergebiet.

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Lothar Krause von der Gesellschaft für Beschäftigungsförderung hat diesen Wunsch als Mitorganisator zur Kenntnis genommen, ebenso aber auch die Frage nach mehr Werkzeug, um Schäden besser reparieren zu können. Auch Gesa Rieper, die die Maßnahmen geleitet hat, zeigte sich gestern zuversichtlich, einen solchen Einsatz wieder zu ermöglichen: "Die Beteiligten haben unglaublich viel geleistet. Sie wussten nicht, worauf sie sich einlassen würden und haben sich von Hitze, sächsischem Akzent und Mücken nicht entmutigen lassen."

Tatsächlich haben die engagierten Helfer an einem Tag bis zu zwölf Stunden schwer körperlich gearbeitet. "Natürlich war es anstrengend. Aber wir waren eine sehr gute Gruppe und hatten trotz der Strapazen viel Spaß zusammen", so Pieczkowski. Die eigenen Familien von dem Vorhaben zu überzeugen, sei nicht einfach gewesen. Dennoch seien sie am Ende einverstanden gewesen.

Belohnt wurden die fünf Helfer mit einer Medaille sowie einer kleinen Entschädigung. "Das war keine Selbstverständlichkeit. So etwas hat es in der Form noch nie gegeben", so Lothar Krause. Der eigentliche Lohn für die Helfer war jedoch die Art und Weise, mit der sie in Sachsen empfangen wurden. "Die Bewohner sind uns mit großer Dankbarkeit und Gastfreundschaft begegnet. Der eine oder andere war sogar zu Tränen gerührt", sagte Ingensiepen. Die soziale Ader, die ein freiwilliger Helfer für eine solche Aktion benötigt, ist allen Fünfen anzumerken. Kevin Lange will bald eine Ausbildung zum Erzieher anfangen. Nun sind die jungen Männer mit vielen neuen Eindrücken wieder zurück in Duisburg. Die Aufräumarbeiten werden wohl noch Jahre andauern. Ob und wann die hilfreichen Duisburger wieder die Ärmel hochkrempeln werden, wird sich zeigen.

(RP)