Duisburg: Suche nach Lösungen

Duisburg: Suche nach Lösungen

Morgen ist Allerheiligen, einer der traditionellen katholischen Feiertage. In der katholischen Kirchenlandschaft Duisburgs allerdings sind Veränderungen an der Tagesordnung. Kirchen werden geschlossen und sogar abgerissen.

In Duisburgs katholischer Kirchenlandschaft sind Veränderungen an der Tagesordnung,. Deutlich wird dies vor allem dann, wenn eine Gemeinde wieder einmal mitteilt, dass ihr Gotteshaus profaniert, sprich entsegnet wird. Das ist Voraussetzung, damit die Kirche eine andere Bestimmung bekommen oder abgerissen werden kann. Diese betroffenen Gotteshäuser fallen in dem Restrukturierungsprogramm des Bistums Essen unter die Bezeichnung "Weitere Kirchen".

Mit den betroffenen Gemeinden wird individuell nach Lösungen gesucht. Die Entscheidung trifft letztlich der Bischof. "Ein sensibles Thema, weil sowohl die Kirche als auch der Altar geweiht sind", so Winfried Dollhausen, Pressesprecher im Bistum Essen. Es findet, wenn die Kirche aufgegeben wird, eine so genannte Profanisierung nach fester Liturgieordnung statt.

Beispielsweise die Gemeinden in Hüttenheim oder in Meiderich-Ratingsee sind davon betroffen. Die Gläubigen müssen zu den Gottesdiensten in Nachbarkirchen. Beide Gotteshäuser zählen zu den so genannten "weiteren Kirchen". Aber auch andere Gemeinden sind betroffen, wie Dr. Herbert Fendrich, Bischöflicher Beauftragter für Kirchen, im Gespräch mit der RP ausführte:

Heilig Kreuz, Neuenkamp: Die etwas verkleinerte Kirche steht weiterhin als Gottesdienst-Raum zur Verfügung. Das Gebäude wird aber auch vom Kindergarten "Zauber-sterne"genutzt.

Geistig-kulturelles Zentrum

Die Kirche St. Clemens in Kaßlerfeld ist bereits abgerissen worden. Noch laufen auf dem Grundstück die Bauarbeiten für ein Altenheim, das die Caritas betreiben wird.

Eine besondere Rolle nimmt die Liebfrauenkirche in der Innenstadt ein: Das gesamte Gebäude wurde von der Stiftung "Brennender Dornbusch" übernommen. Es entwickelt sich zunehmend zu einem geistig-kulturellen Zentrum. In der Oberkirche finden kulturelle Veranstaltungen statt, während die Unterkirche für Gottesdienste zur Verfügung steht. Außerdem ist dort das "City-Pastoral" untergebracht, eine Möglichkeit für Katholiken, sich beispielsweise gezielt mit christlicher Literatur zu versorgen oder Glaubensgespräche zu führen.

St. Anna, Neudorf: Für die einstige Pfarrkirche ist bislang keine Lösung gefunden worden. Gegen einen Abriss spricht, dass die Kirche unter Denkmalschutz steht und hohe architektonische Qualitäten hat.

St. Peter, Hochfeld: Das Gebäudeensemble gehört nicht gerade zum baulichen Altbestand und wird weiter zu einem sozial-caritativen Zentrum umgebaut, für das es in dem schwierigen Stadtteil durchaus eine Notwendigkeit gibt.

St. Martin, Duissern: Hier hat sich eine Siedlergemeinschaft gefunden, die die Immobile kaufen will um sie dann für ihre Zwecke umzugestalten und zu nutzen.

Maria Himmelfahrt, Hüttenheim: Für die Kirche an der Mündelheimer Straß zeichnet sich derzeit keine Lösung ab. Das Gotteshaus kann aber wegen seiner bedeutende Architektur nach jetzigem Stand nicht abgerissen werden.

  • Nettetal : Hoffnungsvoller Ansatz

Gemeinsame Nutzung

St. Nikolaus, Buchholz, Sittardsberger Allee: Das Caritas-Zentrum hat seine Arbeit in dem ehemaligen Gotteshaus bereits aufgenommen.

Heilig Geist, Buchholz, Semmeringstraße: Nach wie vor stehen hier die Planungen im Raum, die Kirche abzureißen und auf dem Grundstück beispielsweise integrative Wohnungen zu bauen.

Maria Königin, Meiderich: Die Kirche wurde gerade profaniert. Sie soll abgerissen und das Grundstück anderweitig bebaut werden.

St. Matthias, Obermeiderich: Hier gibt es das Vorhaben, die Kirche zu erhalten und zu einem Altenzentrum umzubauen.

St. Antonius, Beeckerwerth: Nach wie vor zeichnet sich keine Lösung ab.

Liebfrauen Bruckhausen: Das Gotteshaus symbolisiert in diesem schwierigen Stadtteil fast schon die Exzistenzberechtigung der katholischen Kirche, weil die Gemeinde klein geworden ist. Katholiken und russisch-orthodoxe Christen nutzen das Gotteshaus schon heute gemeinsam.

St. Martin Neumühl: Vermutlich wird die Kirche abgerissen, auch wenn sie unter Denkmalschutz steht. Die Verhandlungen, dort ein Altenzentrum zu errichten, sind noch nicht abgeschlossen.

Für die bereits geschlossene Kirche von St. Paul in Marxloh gibt es derzeit keine konkreten Pläne.

St. Georg Fahrn: Ähnlich wie in Heilig Kreuz, Neuenkamp, könnte auch hier eine Lösung mit Hilfe eines nicht-kirchlichen Kindergartenträgers gefunden werden. Mit den Mieteinnahmen soll der Gottesdienst vor Ort aufrecht erhalten werden.

(RP)
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