Duisburg: Pünktlichkeit ist oberstes Gebot

Duisburg: Pünktlichkeit ist oberstes Gebot

Bei Böge werden wöchentlich rund 41.000 Kleidungsstücke sortiert, gewaschen, getrocknet, geglättet und gefaltet. Auszubildende haben hier gute Chancen, übernommen zu werden.

Textilreiniger, Änderungsschneider, Servicefahrer - diese Berufe haben Duisburger Schüler vielleicht nicht auf der Liste ihrer Traumberufe. Dass in diesem Bereich aber Azubis gesucht und langfristige Berufsperspektiven geboten werden, erfuhren 25 Lehrer hiesiger Haupt-, Real-, Förder- und Gesamtschulen bzw. Berufskollegs bei der Böge Textil-Service GmbH. Im Rahmen seines Arbeitskreises Schule/Wirtschaft Duisburg lud der Unternehmerverband dazu gemeinsam mit dem Lehrerarbeitskreis der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf NRW (KAoA) der Stadt Duisburg ein.

"Beim Ausbildungsberuf 'Servicefahrer' steht nicht das Autofahren, sondern wortwörtlich der Service im Mittelpunkt", räumte Bärbel Fink, Geschäftsführerin des Miettextilien-Unternehmens, mit Missverständnissen auf. "Diese Mitarbeiter sind unsere Visitenkarte, weil sie beim Kunden im direkten Kontakt stehen und erster Ansprechpartner sind."

Personalreferent André Glaubitz erläuterte den Lehrern, die das Berufsbild als Multiplikatoren an ihre Schüler weitergeben werden, die Anforderungen: "Auch mit einem Hauptschulabschluss hat man bei uns Chancen. Was wir nicht akzeptieren, sind unentschuldigte Fehlstunden. Was wir unbedingt voraussetzen, sind Grundwerte wie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sowie Interesse am Berufsbild."

Böge bildet sowohl kaufmännisch als auch gewerblich aus: Textilreiniger, Servicefahrer, Änderungsschneider, Fachlagerist, Fachkraft für Lagerlogistik sowie Maschinen- und Anlagenführer. Aus Hygiene-Gründen in weiße Kittel gehüllt erkundeten die Pädagogen den Betrieb und erhielten so eine sehr konkrete Vorstellung des Berufsalltags an den 100 Kilo fassenden Waschmaschinen oder zehn Meter langen Industrie-Trocknern. Über, neben und vor ihnen schwebten vollautomatisch Kleidungsstücke - 41.000 werden pro Woche verarbeitet -, die sortiert, gewaschen, aufgehängt, getrocknet (und dabei geglättet) sowie gefaltet werden. Koch- und Bäckerkluften waren dabei, leuchtende Kleidungsstücke für Straßenarbeiter oder die einheitliche Arbeitskleidung von Straßenbahnfahrern, Krankenschwestern, Pflegern oder Kellnern.

"Jedes Kleidungsstück hat einen Barcode und wird auf seinem Weg hier im Betrieb mit einem Bügel 'verheiratet', um jeden Arbeitsschritt nachvollziehen zu können", erläuterte Fink. So erfährt jedes Kleidungsstück das zuvor festgelegte Wasch- und Trockenprogramm und so landen etwa beschädigte Stücke in der Schneiderei. "Auch hier suchen wir dringend Auszubildende, die zum Beispiel Änderungen und Reparaturen vornehmen oder Firmen-Logos und Namen aufbringen", ergänzte Glaubitz.

Rund 100 Mitarbeiter hat der Betrieb im Duisburger Westen, wie Christian Peters, Referent der Geschäftsführung, berichtete. Mit einer Ausbildungsquote von zehn und einer Übernahmequote von 80 Prozent fühlt sich das Familien-Unternehmen in fünfter Generation dem Nachwuchs verpflichtet. Seit 2003 ist das Unternehmen hier ansässig und bedient Kunden im gesamten Rheinland - vom kleinen Handwerksunternehmen bis zum riesigen Industrieproduzenten. "Tag für Tag verlassen sich diese auf unsere Mietberufskleidung, Mietfußmatten und persönliche Schutzausrüstung", verdeutlichte Peters.

Lehrer sind im Arbeitskreis Schule/Wirtschaft willkommen, Ansprechpartnerin ist Elisabeth Schulte, Telefon 0203 99367-125, E-Mail: schulte@unternehmerverband.org .Weitere Informationen auf "www.unternehmerverband.org" (Klick auf: Leistungen / Schule/Wirtschaft).

(jlu)