Drachenboote in Duisburg: Groß-Regatta lockt zum Innenhafen

Drachenboote in Duisburg: Groß-Regatta lockt zum Innenhafen

140 Teams nahmen an der zweitägigen Veranstaltung im Innenhafen teil. Für das Spektakel reiste auch der neue Bürgermeister von Duisburgs Partnerstadt Portsmouth, Lee Mason, an.

Tonks hatte sein Ziel erreicht. Zum fünften Mal in Folge ließ das Boot der Deutsch-Britischen Gesellschaft allen Konkurrenten den Vortritt und kam mit großem Abstand als letztes ins Ziel. Da half auch nicht, dass die Queen unter einem Sonnenschirm huldvoll winkend mit an Bord war.

Auch Jürgen Klopps Motivationskünste nutzten bei der sich ausgerechnet "Nessie Hunters" nennenden illustren Bootsbesatzung offensichtlich nichts. Dass "Prinz Harry" Robert Tonks leistungsmäßig nicht dazwischenfunkte, schien schon vor dem Rennen sicher zu sein. Tonks: "Der muss sich erstmal von der Hochzeit erholen."

Natürlich waren das alles nur "Fake- Promis", der einzige richtige prominente Gast war der "Lord Mayor" von Portsmouth, der gerade in Duisburg zu Gast war. Bürgermeister Lee Mason ist gerade einen Monat im Amt, beim Drachenboot-Rennen mitzumachen fand er "very funny". Aber nicht nur den Wassersport-Event fand Mason prima, auch das Duisburger Bier hat er schnell schätzen gelernt: "Very good, I like it."

Eine Prise gute Laune und ein wenig Mut zum Verkleiden sind das Rezept, für eine gelungene Spaß-Regatta. Foto: Christoph Reichwein

Gestartet war die lustige Bootscrew rund um Robert Tonks beim Sponsoren-Cup im Rahmen des Innenhafenfestes, das am Wochenende bei herrlichem Wetter wieder Tausende an Duisburgs Flaniermeile lockte. Die Organisation des Sportvergnügens lag wieder in den bewährten Händen der Wanheimer Kanu-Gilde. Chef-Organisator Werner von Häfen konnte sich über insgesamt 140 Teams freuen, die zu der zweitägigen Groß-Regatta gemeldet hatten. Damit konnte der Melde-Rekord von 170 Mannschaften (mit 3500 Teilnehmern) nicht gebrochen werden, obwohl genügend Anfragen da waren.

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Von Häfen: "Wir müssen aus Lärmschutzgründen zeitliche Auflagen beachten, mehr Rennen sind einfach so nicht unterzubringen." Die Promi-Rennen sorgen jedenfalls immer bei den Beteiligten und dem Publikum für viel Spaß. So fuhr neben Stadionsprecher Stefan Leiwen auch Maskottchen Ennatz im MSV-Boot mit, unterstützt von den Fahnenschwenkern, die sonst in der Arena ihr Hauptbetätigungsfeld haben.

Auch Duisburgs Parteien waren im wahrsten Sinne "mit im Boot". Dabei gab OB Sören Link im SPD-Boot alles, um vorne mit dabei zu sein. Das gelang am Ende nicht ganz. Partei-Chef Ralf Jäger tröstete sich: "Hauptsache vor der CDU." Das klappte tatsächlich, auch wenn man im parteiinternen Vergleichskampf dem Wählerbündnis Junges Duisburg den Vortritt lassen musste. Sponsoren-Cup-Sieger wurde die Crew von Königs-Pilsener, dicht gefolgt vom Rheinfels-Team. Ältester Teilnehmer war mit 89 Jahren der frühere Vorsitzende des Wanheimer Kanu-Clubs, Rolf Heusner, der genauso wie seine 76-jährige Frau Edda das Boot der Deutsch-Britischen Gesellschaft verstärkte.

Die Drachenboote mit ihrem charakteristischen Köpfen als Galionsfigur - immer wieder ein Hingucker. Foto: Christoph Reichwein

Aber nicht nur der Promi-Wettbewerb sorgte für großes Interesse, mindestens so sportlich-ehrgeizig ging es bei den Rennen zu, bei den sich Firmenteams und Hobbycrews spannende Wettkämpfe lieferten. Die wurden in verschieden Klassen ausgetragen, der Sieg in der Stahlregatta war dabei besonders hart umkämpft. Dort lieferten sich die Paddel-Sportler der Duisburger Stahlunternehmen heiße Duelle. Im Finale des Fun-Cups kämpften die "Schwarzfahrer" von der DVG um den Sieg, ins B-Finale hatten es immerhin die "Frösche" aus Serm geschafft, die man eigentlich sonst nur vom Sermer Karneval kennt.

Aber nicht nur bei den Drachenboot-Rennen ging es hoch her, ein Riesenspaß war auch die "2. Duisburger König-Pilsener Challenge", bei der sechs Stand-Up- Paddelteams auf einem "Big-Board" mit je 10 Paddlern in einem lustigen Wettbewerb um den Sieg kämpften. Hier hatte das Team der Volksbank die Nase vorne. Kein Wunder, die Rennstrecke liegt ja schließlich direkt vor ihrer Haustür.

(RP)