Duisburg: Einmal den Pranger umrunden

Duisburg: Einmal den Pranger umrunden

Den Pranger am "Alten Markt" umrunden, die Dimension des Stapeltors erkennen oder das Wohnhaus von Gerhard Mercator aus den Häuserzeilen von 1566 herausfischen? "www.ruhrzeiten.de" bietet Ruhrgebietsgeschichte von der Steinzeit bis heute in "3 D". Die drei Kommunalarchäologien des Ruhrgebiets – Duisburg, Essen und dortmund – haben mit der Hochschule Bochum ein digitales Visualisierungsprojekt zu ausgewählten Themen der Archäologie und Geschichte entlang des Hellwegs für das Internet entwickelt. Gestern stellten Dr. Volker Herrmann von der Stadtarchäologie Duisburg und Prof. Dr.Ing. Heinz-Jürgen Przybilla von der Hochschule Bochum das Projekt im Stadtentwicklungsdezernat vor.

Mit Hilfe der dreidimensionalen Darstellung über Google Earth gelingt jedem Internetnutzer eine anschauliche Rekonstruktion einzelner Standorte von der Frühgeschichte bis zum Mittelalter. Das gewählte Verbreitungsmedium, die Internet-Plattform Google Earth, gewährleistet allen an der Geschichte des Ruhrgebiets Interessierten den mühelosen Zugang.

Die dreidimensionalen Rekonstruktionen zeigen Beispiele historischer Bauten von der Steinzeit bis zur Gegenwart, womit sich das Projekt einreiht in "Ruhr 2010". Dargestellt in 3 D-Bildern und textlichen Erläuterungen will das Projekt darstellen, dass es das Ruhrgebiet nicht erst seit der Zeit der Industriealisierung gibt. Grundlage der visuellen Aufarbeitung für Duisburg sind beispielsweise Holzmodelle aus dem Kultur- und Stadthistorischen Museum sowie Stadtansichten aus dem Corputiusplan (1566). Darauf basierend kann mit moderner Technik ein Blick auf die Rückseiten der alten Häuser oder in Innenhöfe geworfen, der Pranger mit allen Einzelheiten in den Blick genommen werden. Alle Ansichten sind für den privaten Gebrauch kostenfrei herunterzuladen.

(RP)