Duisburg: Erfrischendes im Dämmerlicht

Duisburg: Erfrischendes im Dämmerlicht

Baerl Improvisationstalent und gutes Klangempfinden bewies das Trio Cascades bei Kerzenschein. Gleich zu Anfang des Kammerkonzertes fiel am Sonntag durch den Sturm das Licht in der Baerler Dorfkirche aus. Also mussten die Musiker im Dämmerlicht aufspielen.

Gut aufeinander abgestimmt meisterten die Musiker bei Ludwig van Beethovens komplexem Klaviertrio Opus 1/1 diese Hürde. Violinistin Katrina Schulz moderierte das Gesprächskonzert: Beethoven habe dem Kurfürsten auf Anraten seines Lehrers Joseph Haydn sein erstes gezähltes Werk zwei Mal eingeschickt, um Geld zu erbitten, erzählte sie. Der habe die Schummelei aber erkannt und nicht gezahlt.

Strauß auf dem Bierdeckel

Ihre Begeisterung für Felix Mendelssohn-Bartholdys Klaviertrio D-Moll Opus 49 teilte das Publikum ebenfalls. Die drei Musiker präsentierten das Werk mal aufgewühlt, mal sanft. Euphorisch spielten sie einen Satz mehr, als auf dem Programm stand, und setzten Akzente.

Inka Ehlert am Violoncello leitete mit Klavierunterstützung Claude Debussys erfrischendes Jugendwerk ein, das Klaviertrio G-Dur. Dann erst setzte Violinistin Schulz ein und übernahm die höhere Stimme. Ebenso trat sie stilecht die Rolle des Primas bei Johannes Brahms Ungarischem Tanz Nummer 5 an. Zwischendurch erläuterte sie: "Durch das Konzert zieht sich das Thema Gönnen können. Haydn organisierte Geldmittel für Beethoven, und Brahms schrieb einst auf einen Bierdeckel die ersten Takte des Donauwalzers, als Lob für Strauß mit den Worten: 'Leider nicht von mir'."

Das Publikum gönnte den Musikern ebenfalls ihren Erfolg und holte mit seinem Beifall noch eine Zugabe heraus. Fritz Kreislers nicht ganz ernst gemeinter "Kleiner Wiener Marsch" bildete einen würdevollen Abschluss, auch wenn der Komponist vom Marschieren hörbar nicht viel hielt.

Die Konzertreihe, die das Trio Cascades einleitete, heißt "Klein aber fein". Die Baerler Dorfkirche besticht dabei nicht nur durch gute Akustik, sondern auch durch Gemütlichkeit. Am Sonntag, 18. April, ist das nächste Konzert mit Ion Malcoci an der Panflöte und Gabriel Dorin an Orgel und Violine. Dazu werden Klassische Werke und alte rumänische Balladen gelesen.

(RP)