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Duisburger Weinfest 2019: Junge Winzer weckten Interesse der Gäste

Duisburg Mitte : Junge Winzer bereichern das Weinfest

Das Weinfest lockte am Wochende wieder tausende Besucher in die City. Vor allem der neue Auftritt der Jungwinzer weckte Interesse. Zu probieren gab es bei ihnen spritzige Weine mit interessanten Namen.

Das war schon ein Novum. Weine und Sekte mit den Bezeichnungen „Glaube - Liebe - Hoffnung“, „Surfing“ oder „Irgendwas mit R“ klingen für Traditionalisten auch eher ungewöhnlich. Die jungen Winzer, die in diesem Jahr zum ersten Mal ihre Weine beim „34. Duisburger Weinfest“ präsentieren durften, haben diese Namen ganz bewusst ausgewählt. Damit wollen sie ein jüngeres Publikum ansprechen.

Dazu reicht eine kreative Namensgebung allerdings alleine nicht aus, wie Alexander Link vom württembergischen Weingut Wolf erläuterte. Der kreative „Jungwinzer des Jahres“ hat mit seinem revolutionären „Wildwuchs-Projekt“ in der Szene für Aufsehen gesorgt. Hierbei wird komplett auf den Rebschnitt verzichtet und der Natur einfach ihren Lauf gelassen. Link: „Der Ertrag ist zwar geringer, aber die Qualität bedeutend besser.“

Und unkrautfrei hält der Jungwinzer seine Weingärten auch auf ganz natürliche Art: „Das machen bei uns die Schafe, die fressen alles weg.“ Aber nicht nur dabei zeigt sich der Einfallsreichtum des Winzers vom „Weingütle“ aus dem Heilbronner Land. Seinen Cuvée aus Trollinger und Lemberger vertreibt er unter der pfiffigen Bezeichnung „Wilde Ehe“. Eigentlich war das Weinfest-Wetter wieder ideal, wenn der Freitagabend nicht gewesen wäre. Da entluden sich die dunklen Wolken zu kräftigen Regenschauern. Die Weinfest-Besucher reagierten pragmatisch auf den schon recht ungemütlichen Starkregen, rückten näher zusammen und verlagerten noch im Freien stehende Biertischgarnituren einfach unter die Regenschutzdächer der Einkaufs-Mall. Und Nachschub für die fröhliche und friedliche Wein-Party wurde halt mit dem Regenschirm geordert, die gute Stimmung ließ man sich von den Regengüssen jedenfalls nicht vermiesen.

Am Samstag sah alles ja auch schon wieder besser aus. Nahe-Weinkönigin Angelina Vogt konnte das letzte der drei Weinseminare - auch die waren in diesem Jahr neu - im Trockenen abhalten. Im Rahmen der kurzweiligen Schulungen  - dazu gehörte natürlich auch eine kleine Weinverkostung - erfuhren die Gäste etwas über die verschiedenen Anbaugebiete, Rebsorten, den Weinanbau und den richtigen Umgang mit dem edlen Tropfen.

Zu probieren gab es bei diesem Durchgang unter anderem einen Weißburgunder Cuvée vom Pfälzer Weingut Nett. Judith Reschke und ihr Mann hörten mit Interesse zu, probierten und waren von dem kleinen Weinseminar durchaus angetan. Das Paar aus dem Dellviertel besucht regelmäßig das Fest. Für beide steht fest: „Das Weinfest ist immer sehr schön, eine absolute Bereicherung für Duisburg. Das Publikum ist angenehm, erstaunlich, dass man auch viele jüngere Besucher sieht.“

An die jüngeren Besucher richtete sich auch speziell das Angebot auf der Freifläche zwischen den Wiesen auf dem König-Heinrich-Platz. Dort legten lokale DJ‘s Elektro-Pop auf, die den Platz zwischen den Jungwinzer-Weinständen zur Party-Zone machten.

Damit hatten die Veranstalter offensichtlich auch den Nerv von Lukas Brings (25), der mit seinen Freunden Erik und Dennis den Wein am Stand des Weinguts Weyl probierte. Ihr bevorzugter  Weingeschmack liegt im Moment so zwischen „Feinherb“ und „Lieblich“. Aber deswegen war man ja auch nicht gekommen. Lukas Brings offen: „Wir sind hauptsächlich wegen der Musik hier.“