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Duisburg: Stadt will mehr für Jugendliche tun

Was sich in der Kinder- und Jugendarbeit ändern soll : Stadt Duisburg will mehr für Jugendliche tun

Die offenen Einrichtungen der Kinder- und Jugendeinrichtungen in Duisburg sollen neugestaltet werden. Das vor allem deshalb, weil Stadtbezirke wie Hamborn oder Meiderich/Beeck zu wenig Angebote haben, andere überversorgt sind.

Offene Kinder- und Jugendarbeit ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe. Sie gilt als eine der elementarsten Leistungen in der Jugendhilfe. Die Angebote können aber nur dann hilfreich sein, wenn sie flächendeckend vorhanden sind. In Duisburg ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den vergangenen vier Jahren deutlich angestiegen. Bei den Sechs- bis 14-Jährigen gab es zwischen 2015 und 2019 einen Anstieg von 2200. Besonders die Zahl der südosteuropäischen Kinder und Jugendlichen stieg in diesem Zeitraum um fast 3000, die Zahl von Flüchtlingskindern um rund 4000. Bemerkenswert: Gleichzeitig ging die Zahl der deutschen Gleichaltrigen um 3400 zurück. Insgesamt, so konstatiert die Verwaltung, gebe es daher einen erhöhten Bedarf an Angeboten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Und so sieht es in den einzelnen Bezirken aus:

Walsum und Süd In beiden Stadtbezirken besteht nach Angaben der Verwaltung eine „geringe Überversorgung“. Deshalb werde in diesen beiden Bezirken „kein struktureller Veränderungsbedarf“ gesehen.

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Hamborn In diesem Stadtbezirk gibt es in allen fünf Ortsteilen eine entsprechende Einrichtung. Da allerdings drei der fünf Ortsteile zu den aktuell am meisten benachteiligten Ortsteilen gehört, geht die Verwaltung von einer „deutlichen Unterversorgung“ aus. Deshalb soll die Einrichtung Einstein/OFJU in Neumühl künftig in die Regelförderung übernommen werden. Das Spielhaus Rügenstraße biete nur ein Angebot für Kinder, aber nicht für Jugendliche. Gute Nachrichten für den Verein Genc Osman in Alt-Hamborn: Dessen Einrichtung „Respekt“ soll mit einer zweiten Stelle gefördert werden, um den dortigen Bedarf zu decken.

Meiderich/Beeck Hier gibt es nach Auffassung der Verwaltung den höchsten sozialstrukturellen Unterstützungsbedarf. Fünf Ortsteile in diesem Bezirk seien unter den zehn am meisten benachteiligten Ortsteilen der Stadt. Hier gibt es insgesamt sieben Einrichtungen, die alle in freier Trägerschaft sind. Meiderich sei zudem der Bezirk mit der geringsten kommunalen Förderung der Offenen Kinder- und Jungendarbeit, obwohl er im Hinblick auf die Jugendeinwohner der drittgrößte Stadtbezirk ist. Es ergebe sich eine deutliche Unterversorgung dieses Bezirks, so die Verwaltung. Die Einrichtungen „Auf dem Damm“ und „Sterntalerhaus“ sollen daher von einer Dreiviertel-Stelle auf jeweils eine Vollzeit-Stelle aufgestockt werden. Die Einrichtung „Auf dem Damm“ soll zusätzlich eine zweite Stelle erhalten. In Laar soll die Einrichtung MALU in die Regelförderung übernommen werden.

Homberg/Ruhrort/Baerl Hier gibt es vier Einrichtungen, drei davon im Bereich Alt-Homberg/Hochheide. Insgesamt gebe es eine „deutliche Überversorgung“. Die Konsequenz: Während die Einrichtung „JUZO“, das Falkenheim Homberg und der Jugendkeller Baerl erhalten bleiben sollen, soll die Einrichtung „Haus 45“ künftig aus der Förderung herausgenommen werden.

Mitte Dieser Bezirk gilt als in weiten Teilen besonders unterstützungsbedürftig und ist zugleich der bevölkerungsstärkste. Versorgungslücken in der Jugendarbeit konstatiert die Verwaltung vor allem in Kaßlerfeld und im Bereich Dellviertel/Hochfeld. Deshalb soll in Kaßlerfeld eine Lösung in Kooperation mit der städtischen Einrichtung „Die Insel“ in Neuenkamp gefunden werden. Im Bereich Dellviertel/Hochfeld soll entweder eine zusätzliche Einrichtung gefördert oder eine bestehende Einrichtung vorgeschlagen werden.

Rheinhausen Mit sechs Einrichtungen gilt der Bezirk als deutlich überversorgt. Aufgrund baulicher Mängel soll St. Peter als einzige katholische Jugendeinrichtung in Duisburg ins Gebäude des „Hauses der Jugend“ einziehen. Diese städtische Einrichtung wird dann aufgegeben.