Duisburg: Matinee erinnerte mit Musik und Texten an Klara Schumann

Foyerkonzert : Clara Schumann – ganz persönlich

Das Profile-Konzert befasste sich mit der vor 200 Jahren geborenen Musikerin.

Am 13. September vor 200 Jahren wurde die Pianistin und Komponistin Clara Schumann (1819-1896) geboren. 13 Jahre ihres Lebens war sie mit dem ungleich bekannteren Komponisten Robert Schumann verheiratet, bis zu dessen Tod 1856. Sie war ein Wunderkind und ihre Bühnenkarriere währte sechs Jahrzehnte. Es sind nicht viele Kompositionen von ihr überliefert, denn wie sie selbst sagte waren Kinder und eine Ehe für eine Frau damals nicht mit dem Komponieren vereinbar, ihre Werke sind aber gut und werden immer mehr geschätzt. Klar also, dass das Opernfoyer im Theater am Sonntag ganz gefüllt war, als der Vormittag dort dieser „Frau mit Flügel“ gewidmet war, denn so hieß das erste Profile-Kammerkonzert der Duisburger Philharmoniker der neuen Saison 2019/20.

Die Schauspielerin Veronika Maruhn brachte uns Clara Schumann im üppigen schwarzen Kleid ganz persönlich nahe, indem sie Zeitungsauszüge, Tagebucheintragungen und Briefauszüge von Clara, Robert Schumann und von anderen Zeitgenossen sowie Texte und Gedichte von Felix Mendelssohn und Franz Grillparzer assoziativ collagierte. Um auch mit der jugendlichen Clara buchstäblich ins Gespräch zu kommen, griff sie zum Mittel des Figurenspiels.

Musikalisch gab es zunächst vier Zweiergruppen von Liedern dieser Komponistin, vor allem aus der Sammlung op. 13 nach Texten von Heinrich Heine beziehungsweise Emanuel Geibel. Die hier bereits bestens bekannte Altistin Marion Eckstein, frisch gebackene Professorin für Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, traf sehr gut den scheinbar schlichten, aber wahrhaft tiefgründigen Ton dieser Gesänge. Eine kongeniale Partnerin war dabei ihre Stuttgarter Hammerklavier-Kollegin Stefania Neonato. Die historischen Instrumente halfen dann auch bei einer zielsicheren Darstellung von Clara Schumanns Klaviertrio g-Moll op. 17 mit den Philharmonikerinnen Luisa Höfs (Violine) und Anja Schröder (Violoncello, war auch an der Konzeption des Konzerts beteiligt).

Im Profile-Konzert am 22. Dezember gibt es Barockmusik mit Stephan Dreizehnter (Traversflöte), Rüdiger Lotter (Violine und Leitung), Luisa Höfs (Violine), Mathias Feger (Viola), Anja Schröder (Cello) und Léon Berben (Cembalo). Karten zu elf Euro, ermäßigt 6,50 Euro, gibt es am einfachsten im Internet unter karten@theater-duisburg.de.

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