Duisburg: Aufruhr im Wartezimmer

Duisburg : Aufruhr im Wartezimmer

Die Kleine Bühne Friemersheim bringt in diesem Jahr die Komödie "Wer hat schon Angst vor Doktor Wolf" auf die Bühne der Marktschule. Die Premiere ist am Freitag. Wir haben die Laienschauspieler bei den Proben besucht.

Die rasant-lustigen Stücke der Kleinen Bühne Friemersheim locken seit Jahren Theaterbegeisterte in die Aula der Marktschule. Auch in diesem Jahr haben die Friemersheimer für ihre stetig wachsende Gruppe von Fans wieder etwas Besonderes vorbereitet: "Wer hat schon Angst vor Doktor Wolf", eine Komödie aus der Feder von Andreas Heck. Wie die Routine einer Arztpraxis allmählich im Chaos versinkt, das erleben die Besucher, die sich das diesjährige Stück der Laienschauspieltruppe ansehen. Die Premiere ist am Freitag, 2. November.

Die Kulisse steht bereits, als wir die Laienschauspieler bei ihrer ersten Probe nach den Herbstferien in der Marktschule besuchen, ein paar Handgriffe müssen jedoch noch getätigt werden. "Ich muss heute noch ein bisschen was sägen", kündigt Karl-Heinz Vogt an, während Jutta Bonikat am Bühnenbild arbeitet und die typischen Plakate aufhängt, die in einer Arztpraxis zu finden sind.

"Im Wartezimmer von Doktor Wolf beginnt alles zunächst ganz harmlos, doch jeder hat sein kleines Geheimnis", erklärt der Vorsitzende der Kleinen Bühne, Michael Loogen, das Konzept des Stückes. Zwei Freunde finden sich da auf den Stühlen, ebenso wie ein reisewütiges Pärchen, das ausnahmsweise einmal nicht in den Schwarzwald, sondern nach Südostasien will. "Doch keiner möchte sich vor dem anderen eine Blöße geben und offenbaren, warum er dort ist", so Loogen.

Wird die Reise von Frank und Sabine endlich nach Südostasien führen, oder landen sie wieder im Allgäu? Heißt Jean-Paul jetzt Herbert oder Rudi, und wie viel Geld war in der Kasse? Sind Heiner und Günther schwanger, oder stimmt da was mit den Urinproben nicht? Hat Josepha etwas Schlechtes gegessen, oder warum hat sie so einen merkwürdigen Geschmack im Mund? Ist ein Quartal ein Vierteljahr — und wer ist eigentlich Doktor Wolf? Das sind viele offene Fragen — und reichlich Potenzial für verkappte Vertuschungsaktionen und Verwechslungen von Namen, Daten, Blut und Urin. Doch bei all den Versuchen, den Grund des eigenen Aufenthalts in der Praxis zu verschleiern, hat ein völlig Vermummter laut Loogen die schwierigste Rolle. "Der Vermummte ist konstant auf der Bühne und hat ohne ein einziges Wort Text den schwierigsten Part, denn er muss immer an den richtigen Stellen grunzen, ohne irgendein Zeichen zum Einsatz erkennen zu können."

Für die anderen Schauspieler gibt es dagegen kleine Tricks. "Hinter den Türen oder unter dem Tresen sind schon mal Textpassagen versteckt", verrät Loogen.

(RP/rl)