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Düsseldorf: Verkauf der IDR ist vorerst vom Tisch

Düsseldorf : Verkauf der IDR ist vorerst vom Tisch

Nach den Debatten der vergangenen Tage herrscht jetzt doch wieder relative Einigkeit in der Politik, was die Zukunft der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) betrifft. Das Unternehmen, das Immobilien wie Rheinturm, Schloss Eller, ISS Dome und Parkhäuser baut, oder besitzt, hatte zuletzt wegen Unregelmäßigkeiten und Skandalen Schlagzeilen gemacht.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, unter anderem gegen den früheren IDR-Vorstand Heinrich Pröpper, und will kommende Woche Ergebnisse vorlegen.

Im Zuge dessen gibt es im Rathaus auch immer wieder Überlegungen, sich ganz von dem Unternehmen zu trennen. Zuletzt hatte CDU-Fraktionschef Friedrich G. Conzen im RP-Interview einen kompletten Verkauf der IDR nicht ausgeschlossen.

Am Mitwoch betonte Conzen, dass diese Frage derzeit nicht anstehe. "Solange die IDR der Stadt nützt, sollte man sie auch behalten", sagt der CDU-Bürgermeister. Bleiben die Vorteile jedoch aus, sei ein Verkauf jedoch durchaus denkbar. "Es gibt für mich kein Dogma, das dies für immer ausschließt." Die vergaberechtliche Sonderrolle der IDR-Tochter IDR Public Management GmbH sieht auch Conzen als Chance: "Etwa, um bei dem derzeitigen niedrigen Zinssatz günstige Kredite für Kita-Neubauten zu nehmen."

Diese bestehende Struktur solle man vergaberechtlich, soweit möglich, nutzen, sagt auch SPD-Fraktionschef Markus Raub. So haben die höheren Baukosten bei der Tiefgarage am Barbarossaplatz und der Sanierung des Schlosses Eller gezeigt, wie überfällig es gewesen sei, mit Denis Rauhut einen zweiten kaufmännischen Vorstand zur IDR zu holen. Auf Sicht müsse man genau analysieren, was die IDR könne und was nicht. "Erst dann stellt sich die Frage des Verkaufs", so Raub.

"Wir wollen das Ergebnis der Staatsanwaltschaft abwarten", sagt Grünen-Fraktionschef Norbert Czerwinski. Erst dann könne man die Strukturen überdenken. Die Idee, die IDR Public Management GmbH für öffentlich-private Kooperationen zu nutzen, sieht er eher in Ausnahmefällen als Möglichkeit, "für den Fall, dass die Stadt es nicht hinbekommt".

(RP/ila)