Niederkassel: Japanische Aquarelle zeigen Tempel und Gebäude

Niederkassel: Japanische Aquarelle zeigen Tempel und Gebäude

Wer das Eko-Haus der Japanischen Kultur, Brüggener Weg 6, betritt, wird von einer figürlichen Darstellung des jährlich, Anfang März in Japan gefeierten Puppenfestes empfangen. Aber dieser Hinweis auf das "Hina-matsuri" ist nur eine Zwischenstation zu einer Ausstellung, die den im 17. Jahrhundert von Engelbert Kaempfer getroffenen Beobachtungen und Forschungsergebnissen zu verdanken ist. "Berühmte Stätten Japans - Kaempfers Album mit Bildern japanischer Tempel und Gebäude", lautet die Überschrift, unter der eine Auswahl von 25 Aquarellen eines unbekannten Künstlers zu sehen ist.

Es werden berühmte Tempel und Gebäude gezeigt, die vorwiegend Sehenswürdigkeiten aus der Umgebung der Kaiserstadt Kyôto zeigen. Engelbert Kaempfer, 1651 in Lemgo geboren, studierte Philosophie, Sprachen, Medizin und Naturgeschichte und gehörte einer Gesandtschaft an, die vom schwedischen König mit dem Aufbau der Handelsbeziehungen zu Russland und Persien betraut war. Seine Reisen führten ihn nach Siam und Japan. Erst 1694 kehrte Kaempfer nach Lemgo zurück. Seine über Land und Meer führenden Reisestationen wie Baku, Arabien oder Java werden anhand einer Landkarte im Eko-Haus aufgezeigt.

Die Aquarelle aber zeigen auch Ansichten, die weit ab der offiziellen Reiseroute in Japan lagen und die der Arzt und Forschungsreisende zum Teil nicht gesehen haben dürfte. Hierzu zählen unter anderem die "Drei schönsten Landschaften" Japans - Matsushima, Amanohashidate und Miyajima. "Zudem zeigen wir Kupferstich-Illustrationen aus Kaempfers 'Amoenitates exotica'. Schautafeln erläutern außerdem Leben und Werk sowie die Geschichte der Aquarelle", ergänzt Michael Kuhl. Er ist für das vielfältige Kulturprogramm im Eko-Haus mit verantwortlich und freut sich darüber, dass diese Ausstellung in Kooperation mit dem Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo und der British Library in London hier verwirklicht werden konnte.

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Vernissage 8. März, 18 Uhr, Einführungsvortrag von Karl-Rochus Kintscher. Bis 22. April. Dienstag bis Sonntag, 13-17 Uhr

(mgö)