Kim Herrforth ist Leichtathletin beim TB Hassels

Leichtathletik : Kims Höhenflug

Leichtathletik verliert zunehmend Sportler an andere Breitensportarten. Doch Kim Herrforth ist seit Jahren begeistert dabei. Die Paradedisziplin der 15-Jährigen ist der Hochsprung.

Leichtathletik ist eine Sportart, die ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. „Die Zeiten, wo Leichtathletik mit Fußball zu den Top-Sportarten zählte, sind längst vorbei“, räumt Ralf Buchmann ein, Leichtathletikwart beim Turnerbund Hassels. Dieser Trend habe sich schleichend entwickelt. Selbst an den Schulen im Sportunterricht finden die klassischen Bewegungsdisziplinen Laufen, Springen und Werfen immer weniger Beachtung.

Kim Herrforth aus Itter hingegen zeigt ein besonderes Interesse an der Außenseiter-Sportart. Seit zweieinhalb Jahren hat sich die 15-jährige der Leichtathletik beim TBH verschrieben. Ihre Bewegungsbegeisterung ist kein Zufall, stammt sie doch aus einer sportlichen Familie. In ihrem Bruder Eric, der Fitnesstrainer ist, sieht Kim ein Vorbild. Papa Martin spielt Tennis. Und Mama Michaela ist begeisterte Reiterin. Das gemeinsame Pony „Holly“ steht auch bei Kim hoch im Kurs.

Entdeckt hat Kim ihre Liebe für große Sprünge im Sport schon als Kind beim Trampolin. Bei den Bundesjugendspielen war die Neuntklässlerin des Freien Christlichen Gymnasiums in Reisholz vor allem im Weitsprung vorn dabei. Inzwischen ist der Hochsprung ihre Spezialdisziplin. „Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man über die Latte fliegt“, beschreibt sie ihren Höhenrausch.

Bei Wettkämpfen kommen für Kim allerdings auch Weitsprung und der 100-Meter-Lauf nicht zu kurz. „Ein Leichtathlet ist ein Allroundsportler“, betont Buchmann. Der Körper wird vielseitig trainiert. Buchmann: „Wer lange genug Leichtathletik betrieben hat, ist für jede Sportart zu gebrauchen.“ Charakteristisch für den Leichtathleten ist der Wille, seine gemessene Leistung immer wieder zu verbessern. „Die schnellere Zeit, die größere Höhe oder Weite sind das Ziel“, sagt Buchmann.

Kims Sportkollegin Anne aus Hassels beispielweise reizt der Mehrkampf. Die 13-Jährige will dabei durch Sport vor allem fit blieben. Sirka aus Hellerhof schätzt zudem den Kontakt mit den „netten Leuten“ beim TBH. Spezialisiert auf eine Disziplin hat sie sich noch nicht.

2018 schaffte es Kim, die in Sachen Leichtathletik nahezu jedes Wochenende unterwegs ist, die Qualifikation im Hochsprung für die Nordrheinmeisterschaft zu erreichen. Für 2019 hat sie ihre Teilnahme äußerst knapp verpasst. Folglich wird sie beim Freiluft-Training auf der Anlage im Stadion an der Karl-Hohmann-Straße weiter an sich arbeiten, etwa an der Verbesserung ihrer Fußstellung. Konzentrationsübungen stehen ebenfalls auf dem Trainingsplan. „Im Wettbewerb versuche ich, die Zuschauer total auszublenden“, erklärt Kim. Vor dem Sprung ist ihr Blick ausschließlich auf die Latte gerichtet. „An die Höhe denke ich dabei aber überhaupt nicht“, verrät sie.

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