Bilk : Der Zug-Manager nimmt Abschied

20 Jahre sicherte Norbert Kramer von der Rheinbahn den Zug der Bilker Schützen. Gestern hatte der 64-Jährige seinen letzten Arbeitstag. Für sein Engagement machten die Sebastianer ihn gestern zum Ehrenmitglied.

Norbert Kramer ist unter den Bilker Schützen weit bekannt. Denn wenn sich sonntags der große Festzug in Bewegung setzte, wurde dieser stets von dem 64-Jährigen auf seinem kleinen Fahrrad begleitet. "Ich wurde dafür oft belächelt", erzählt er. Doch auf seinem Drahtesel hatte Kramer den besten Überblick über das Geschehen und konnte schnell zwischen Spitze und Schluss der Kolonne hin und herfahren. 20 Jahre arbeitete er als Verkehrsmanager für die Rheinbahn und organisierte Bus- und Bahnverkehr in Verbindung mit Demonstrationen, Baustellen und eben auch dem Festzug der Bilker Schützen. Dort hatte er gestern seinen letzten Einsatz, bevor er in den Ruhestand geht - verbunden mit einer besonderen Ehrung.

Schon einige Tage vor dem Festumzug begann sein letzter Einsatz. Nachdem Norbert Kramer über die Route der Schützen unterrichtet wurde, erstellte er ein Verkehrskonzept. Er plante minuziös, wann welche Bahn umgeleitet oder angehalten werden muss, damit sich der Festzug und die Fahrzeuge der Rheinbahn nicht in die Quere kommen. Am Sonntag selbst kam er bereits einige Stunden vor dem Umzugsstart, um am Ort das Konzept zu überprüfen und gegebenenfalls nachzujustieren. "Wir müssen flexibel sein", sagt er. So zum Beispiel, wenn sich der Zug ungeplant früher oder später in Bewegung setzt. Dabei geht es auch um Sicherheitsaspekte. Würde beispielsweise eine laut klingelnde Bahn auf die beteiligten Pferde treffen, könnte das die Tiere verschrecken. Daher stand Norbert Kramer an seinen Einsatztagen stets mit der Leitstelle der Rheinbahn in Verbindung.

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Doch mit den Jahren wurde aus seinem Job rund um den Festzug mehr als nur Arbeit. Nach Ende des Zugs blieb er meistens noch ein bisschen im Festzelt. Zunächst nur zur Nachbesprechung, später auch privat - Kramer fühlte sich bei den Bilker Schützen immer wohl. Vor drei Jahren bekam er eine Ehrennadel der Sebastianer verliehen und trug sie seitdem während seiner Einsätze stolz an seiner Krawatte.

Durch seine Jahrzehnte lange Tätigkeit verbindet Norbert Kramer auch viele Erinnerungen mit dem Verein. Besonders prägend war für ihn der Festumzug im Jahr 2006, der sprichwörtlich ins Wasser fiel. Dunkle Wolken kündigten damals das Unheil bereits im Vorfeld an. "Ich meinte noch: ,Wollt ihr wirklich los?'", erinnert er sich. Schon an der Gladbacher Straße begann der Wolkenbruch, in dessen Folge sich der Zug auflöste, um Unterstand zu suchen. Ohnehin sei das Wetter stets launig gewesen. "Entweder es war brütend heiß oder regnerisch", erzählt Kramer.

Auch wenn beruflich sein Engagement bei den Bilker Schützen nun sein Ende gefunden hat, bleibt er den Bilker Schützen verbunden. "Die Kameradschaft hier ist toll", sagt er. Und diese geht auch über die Vereinsgrenzen hinaus, wie sich gestern Abend zeigte. Denn nach seinem letzten großen Arbeitstag wurde Norbert Kramer von den Schützen zum Ehrenmitglied ernannt. "Uns ist das Miteinander wichtig", sagt Rene Krombholz von der Bruderschaft, "deshalb wollen wir auf diese Art Norbert Kramer Danke sagen."

(RP)