1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Bilk

Düsseldorf: Sperrmüll bleibt über Tage liegen

Ärger in Düsseldorf-Bilk : Sperrmüll bleibt über Tage liegen

Weil die Norfer Straße in Düsseldorf-Bilk am Abholtag gesperrt war, konnte das Müllfahrzeug den Sperrmüll nicht mitnehmen. Die Anwohner sollten die Sachen wieder reinräumen. Für das 83 und 78 Jahre alte Paar so gut wie unmöglich.

Ordnungsgemäß hatten Jakob und Margarete Boos die Abholung ihres Sperrmülls bei der Awista, der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, beantragt. Ordnungsgemäß hatten sie, beziehungsweise ihre Kinder und Verwandten, kurz vor dem angekündigten Abholtermin das zu entsorgende Gut sichtbar am Straßenrand deponiert. Doch alles andere als ordnungsgemäß lag der Sperrmüll auch noch Tage nach dem eigentlichen Termin dort. Und nicht nur vor dem Haus der Boos' an der Norfer Straße stapelte sich der Müll.

Vor fünf weiteren Häusern sah es aus wie "Kraut und Rüben", sagt Jakob die Boos. "An einer Baustelle auf der Norfer Straße stand am Abholtag ein großer Autokran, der die gesamte Breite der Straße einnahm, so dass der Sperrmüllwagen dort nicht vorbeikam", erzählt er weiter. Eigentlich sei die Awista sehr zuverlässig, so der Bilker. "Deshalb verlässt man sich ja auch auf die fixierten Abholungstermine."

„Zwei-Klassen-Müllgesellschaft“ an der Norfer Straße

So hatte sich an der Norfer Straße eine kurzfristige "Zwei-Klassen-Müllgesellschaft" entwickelt. Die Hälfte mit den höheren Hausnummern war, wie es sich für das gediegene Wohnviertel mit den kleinen und gemütlichen Ein- und Mehrfamilienhäusern gehört, müllfrei. Die andere Hälfte Richtung Südring sah aus "wie bei Hempels unterm Sofa", sagt der Rentner. "Als ich einen Tag später bei der Awista anrief und nachgefragt habe, wann denn jetzt der Sperrmüll abgeholt würde, sagte man mir, wir seien für den nächsten Abholtermin am 11. Juli vorgesehen", erzählt Jakob Boos. "Wir sollten den Sperrmüll bis dahin wieder ins Haus räumen."

  • Julio Bocca
    Blick hinter die Kulissen des Düsseldorfer Balletthauses : Ballett-Master Class mit Julio Bocca
  • Hans-Georg Peters bereitet die letzte Ausstellung
    Kunst unterstützt soziale Projekte : Kulturmetzgerei in Bilk gibt auf
  • Vor den Düsseldorf Arcaden könnte dieses
    Adventszeit in Düsseldorf : Weihnachtsmarkt in Unterbilk geplant
  • Schutt und Geröll eines nach dem
    Juli-Hochwasser : Ärger über Hilfspauschale für Flutopfer
  • Die Tat ereignete sich an der
    Versuchter Mord in Mönchengladbach : 15-Jähriger räumt Gewalttat gegen Obdachlosen ein
  • Sieben tote Deutsche : Beweissicherung nach Unfall in Südtirol noch nicht abgeschlossen

Für das Ehepaar Boos so gut wie unmöglich. Jakob Boos ist 83 Jahre alt und beinamputiert. Seine Frau ist 78 und auch nicht mehr die Fitteste. In der Woche auf die Hilfe der Verwandtschaft zurückzugreifen, ist schwierig, da sie viel arbeiten muss. Außerdem hatte sich die Müllmenge im Zuge des "Müll-Tourismus" auch noch erhöht. "Einige Leute haben ihre Sachen einfach dazu gestellt. Sollten wir die etwa auch zurückräumen?", fragt Jakob Boos. Ulrich Werner beschwerte sich ebenfalls. "Unser Papiermüll und Sperrgut sollte am 28. Mai abgeholt werden, eine Baustelle verhinderte die Durchfahrt. Nun ist die Awista gefordert und kümmert sich auch nicht um das Müllproblem", so Werner, nachdem der Unrat vier Tage lang auf der Straße lag.

„Abholtermin am 11. Juli definitiv zu spät“

"Die Baustelle auf der Norfer Straße war uns bekannt, allerdings nur mit halbseitiger Sperrung der Straße. Eigentlich müsste das Amt für Verkehrsmanagement Sperrungen mit uns abstimmen", erklärt Awista-Mitarbeiterin Elke Brauer. "Der Zeitraum bis zum nächsten Abholtermin am 11. Juli ist definitiv zu lang."

"Eine Baufirma hatte die Aufstellung einer Arbeitsbühne beantragt", sagt ein Stadtsprecher, rechnerisch habe es noch eine Restfahrbahnbreite von drei Metern gegeben. "Bei eingeklappten Außenspiegel kann ein breites Fahrzeug am Hindernis langsam vorbeifahren", so der Sprecher. Über Map Info hat das Amt für Verkehrsmanagement jetzt die Maße der Fahrbahn überprüft, "die nur eine Breite von 5,50 Meter hat". Somit konnte das Awista-Fahrzeug nicht an der Arbeitsbühne vorbeifahren. Es sei bei "kleinen Genehmigungen aber auch nicht üblich, einen Verkehrszeichenplan beizufügen, aus dem die tatsächlichen Breitenmaße hervorgehen.

(RP)