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Benrath/Urdenbach: Verwirrung um Reha-Sport-Angebot

Benrath/Urdenbach : Verwirrung um Reha-Sport-Angebot

Im Mai ist die Herzsportgruppe ausgelaufen, die als Kooperation zwischen der Sana-Klinik und dem TSV Urdenbach lief. Es gab Abrechnungsprobleme. Doch während die Teilnehmer glauben, es sei Schluss, soll das Angebot weiterlaufen.

Eigentlich wollte niemand, dass es so ist, wie es gekommen ist. Nicht das Benrather Sana-Krankenhaus mit seinem Chef-Kardiologen Thorsten Dill. Nicht der TSV Urdenbach mit seinem Vorsitzenden Friedhelm Gutowski. Und schon mal gar nicht die Teilnehmer der Herzsportgruppe. Und trotzdem fällt das Sport treiben derzeit aus. Warum? Darin sind sich alle einig: Nach dem Wechsel an der Spitze der Physiotherapie-Abteilung des Krankenhauses hat es Probleme mit der Abrechnung aller Reha-Sportkurse bei den Krankenkassen gegeben.

Für die Sana-Klinik bedeutet das unter anderem, dass sie verschiedene Leistungen nicht vergütet bekommen hat. Unter anderem, dass Krankenhausärzte darauf geachtet haben, dass bei niemanden durch die sportliche Betätigung Herzprobleme aufteten. Dieses ist Vorschrift. Bis dieses Problem, das nach RP-Informationen eine Finanzierungslücke im vierstelligen Bereich mit sich brachte, gelöst ist, will man mit dem Angebot noch pausieren.

Doch an diesem Punkt kommt etwas zum Tragen, was sich am besten mit den Worten "schlechte Kommunikation" bezeichnen lässt. RP-Leserin Doro van der Pool wendete sich vor kurzen erbost über das Verhalten der Sana-Klinik an die RP: Den Teilnehmern, sagte sie aufgebracht, habe man im Mai klipp und klar gesagt, dass es keine Herzsportgruppe mehr geben wird. Sie und ihr Mann sind inzwischen beim SFD untergekommen. Doch das sei nicht für jeden Herzpatienten etwas, da dort die sportlichen Anforderungen höher seien, berichtete sie. Und auch der TSV sei nicht mehr daran interessiert, dass das Angebot weitergehe, habe sie gehört. Der wolle ab August seine Turnhalle umbauen.

An diesem Punkt kann man gefühlt den TSV-Vorsitzenden Gutowski über Urdenbach hinaus Seufzen hören: "Sie glauben gar nicht, wie viele Gerüchte hier bei uns im Dorf herumgehen", sagte er auf Anfrage. Er würde sich sehr freuen, wenn die Herzsportgruppe nach den Sommerferien in der TSV-Halle weiter laufen würde. Denn wann der schon seit Jahren geplante Umbau auf der vereinseigenen Sportanlage beginnt, das weiß er noch nicht. Denn das geht nicht ohne finanzielle Hilfe der Stadt, und die setzt derzeit überall den Rotstift an.

Auch Klinik-Professor Dill meldet aus seinem verdienten Urlaub, dass man an der guten Zusammenarbeit mit dem TSV festhalten wolle. "Wir bemühen uns derzeit intensiv darum, dieses Angebot in einer verbesserten Form und der Nachfrage entsprechend auch in umfangreicherer Form anbieten zu können." Dill: "Gerade bei der Vielzahl von Patienten mit Erkrankungen im Bereich des Herzkreislaufsystems oder auch des Bewegungsapparates, ist eine optimale Nachbetreuung erforderlich. Dazu gehört unter anderem auch der Reha-Sport, in dem Patienten vermittelt wird, wie die körperliche Belastung in Zukunft weiter zu erhalten und idealerweise zu verbessern ist."

Alles andere als diese Absicht würde den Ansatz der Benrather Sana-Klinik ad absurdum führen. Will man die Kardiologie, die zu der von Chefarzt Thorsten Dill geleiteten Medizinischen Klinik gehört, doch als "Herzzentrum im Düsseldorfer Süd" verankern.

(RP)