Apollo Varieté: Der Cirque du Soleil will Geraldine haben

Apollo Varieté: Der Cirque du Soleil will Geraldine haben

Sechs Minuten, sechs Hula-Hoop Reifen, eine beeindruckende Artistin: Geraldine Philadelphia benötigt nicht viel, um die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Mit ihrer ausgefallenen Kombination aus Akrobatik, Hula-Hoop und Jonglage begeistert das "Zirkuskind", wie sie sich selbst nennt, in Shows auf der ganzen Welt.

Sechs Minuten, sechs Hula-Hoop Reifen, eine beeindruckende Artistin: Geraldine Philadelphia benötigt nicht viel, um die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Mit ihrer ausgefallenen Kombination aus Akrobatik, Hula-Hoop und Jonglage begeistert das "Zirkuskind", wie sie sich selbst nennt, in Shows auf der ganzen Welt.

Ein Reifen schwingt um ihre Hüften, vier weitere jongliert sie gekonnt in der Luft - den letzten balanciert sie lässig auf der Stirn. Trotz größter Konzentration wirken die Abläufe elegant und anmutend. Nach so einem Auftritt spendet das Publikum im Apollo Varieté mächtig Applaus. Die 22-jährige Artistin ist aktuell ein wichtiger Teil des Programms "Déjà-Vu". Sechs bis sieben Mal die Woche steht Geraldine auf der Bühne - seit Showbeginn im Januar bis zum letzten Auftritt am 15. April. Ein Pensum, das die gebürtige Heinsbergerin als Spross einer Zirkusfamilie gewohnt ist. Als Tochter von Patrick Philadelphia, dem Betriebsleiter vom Circus Roncalli, und Mutter Eliza, rumänische Meisterin im Kunstturnen und seit über 20 Jahren Teil der Roncalli-Familie, stand Geraldine bereits als kleines Kind in der Manege. "Mit sechs Jahren fängt man an, die Basics zu lernen, um zu gucken, was einem am besten liegt", erklärt Geraldine. Ihre Mutter zeigte ihr damals viel aus dem Turnsport, "doch das hat nicht so richtig geklappt", meint sie. Als Geraldine zehn Jahre alt war, sah sie den Auftritt von Iryna Pitsur im Circus Roncalli und verliebte sich sofort in die Kombination aus Akrobatik, Hula-Hoop und Jonglage. "Hula-Hoop-Künstler sieht man an jeder Ecke, das war mir zu langweilig. Ich wollte mich von der Masse abheben und habe mich deshalb für diese ungewöhnliche Kombination entschieden." Von der damaligen Idee bis hin zur heutigen Umsetzung vergingen viele Stunden und Jahre intensiven Trainings mit Iryna Pitsur, Mutter Eliza und natürlich in Eigenregie. Mit zwölf Jahren zeigte sie bei Tagen der offenen Tür ihre ersten Versuche, mit 14 wurde sie Teil der Show im Roncalli und bei Artistikfestivals. 2012 - mit gerade einmal 16 Jahren - war ihre Nummer so gut, dass sie als Solistin im Roncalli auftrat.

Mit nicht einmal 20 Jahren war Geraldine Philadelphia da angekommen, wovon viele Artisten träumen. Dennoch verließ sie vor zwei Jahren den Circus Roncalli. "Ich habe das große Glück im größten und vermutlich schönsten Zirkus der Welt groß geworden zu sein. Dennoch wollte ich mich verändern und gucken, was es in der Welt noch so gibt." Und so begeistert die taffe Artistin mit ihrer Hula-Hoop-Jonglage nun in europaweit in Shows. Im vergangenen Jahr zog sie mit einem Zirkus neun Monate durch die Schweiz, nach ihrer Zeit in Düsseldorf geht es für fünf Monate mit dem "Circus Nemo" nach Dänemark. Sogar der berühmte "Cirque du Soleil" aus Kanada hat bei der 22-Jährigen schon angefragt, "doch das ist aktuell noch nicht der Moment dafür", erklärt Geraldine. "Ich fühle mich gerade angekommen und sehr wohl." Sebastian Kalenberg

(RP)