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Düsseldorf: Siegfried und Odette sind Wappentiere

Düsseldorf : Siegfried und Odette sind Wappentiere

Die Schwäne sind Symbol für die Schwanenhöfe. Für ihr Quartier auf dem alten Fabrik-Gelände gibt es viele Auflagen.

Siegfried und Odette haben eine besondere Aufgabe: Ihnen obliegt es, dass das Büro-, Geschäfts- und Kulturzentrum Schwanenhöfe an der Erkrather Straße seinem Namen gerecht wird. Und so gleiten die beiden majestätisch anmutenden weißen Schwäne über das Wasser des etwa 110 Quadratmeter großen Teichs am Eingang des Areals. Die Passanten, die vom Ufer aus die Natur-Idylle zwischen den alten Hallen und Produktionsstätten der ehemaligen Seifenfabrik Dr. Thompson genießen, stören sie offensichtlich nicht. Und die Mitarbeiter der Firmen auf dem Gelände lassen die beiden auch in Ruhe, "auch wenn sie für die Schwäne schwärmen und ihnen sogar per Abstimmung ihre Namen gegeben haben", berichtet Thomas Walten, Geschäftsführer der Schwanenhöfe.

Der Wohnsitz der Schwäne macht jedoch trotz aller Naturidylle Tierschützer skeptisch. Sie befürchten, dass das Pärchen Siegfried und Odette unter unzumutbaren Bedingungen leben muss — in Wasser mit schlechter Qualität etwa oder ohne ausreichende Rückzugsmöglichkeiten. Diese Befürchtungen kann Stefan Warmboldt, Facility-Manager der Schwanenhöfe, zerstreuen. Das Düsseldorfer Veterinäramt hat die Unterkunft der beiden Schwäne untersucht und Auflagen gemacht, die erfüllt und befolgt werden. "Im Teich gibt es einen Wasserkreislauf, es wird durch einen kleinen Brunnen Sauerstoff ins Wasser eingetragen", berichtet Warmboldt. Zudem werde das Wasser zweimal pro Jahr abgelassen, um Schmutzreste entfernen zu können. Bambusbüsche und Findlinge würden zudem Rückzugsmöglichkeiten bieten, "in einer Ecke scheinen die beiden sogar ein Nest zu bauen", sagt Warmboldt.

Er hat die beiden Schwäne inzwischen liebgewonnen, schaut morgens sofort nach dem Aufwachen aus dem Fenster seiner Dienstwohnung auf den Teich nach Siegfried und Odette, kümmert sich gerne um frisches, artgerechtes Futter. Er kann gut mit Tieren umgehen, hat beispielsweise zusammen mit Verwandten einen Bauernhof in der Lüneburger Heide, auf dem Hereforth-Rinder unter ökologischen Gesichtspunkten gezüchtet werden. Und in die Eigenheiten der Schwäne kann er sich inzwischen gut einfühlen, ist er überzeugt.

Wegen der Auflagen für den Wohnsitz der Schwäne, die übrigens vom Züchter in Belgien fachgerecht kupiert wurden und nicht wegfliegen können, ist die Pflege kostenintensiv. Doch das nimmt Walten in Kauf, "denn die beiden Schwäne sind gleichsam die Wappentiere", sagt er. Er knüpft damit an die Tradition der Thompson-Werke an. "Fotos zeigen, dass stets Schwäne auf dem Weiher gehalten wurden, deshalb haben wir die Anlage auch saniert und neue Schwäne geholt", erklärt Walten. Zur Freude der Mitarbeiter und vor allem der Kinder der Kita auf dem Gelände, die gerne einen kleinen Ausflug zum Teich machen, um Siegfried und Odette wiederzusehen.

(RP)