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Düsseldorf: Rheinbahn-Fahrplan jetzt bei Google

Düsseldorf : Rheinbahn-Fahrplan jetzt bei Google

Wer mit Bus oder Straßenbahn fahren will, kann ab sofort über Google Maps die Fahrtzeiten der Rheinbahn abrufen. Der Service bietet sämtliche Routen-Infos zur gewünschten Strecke.

Ab sofort kooperiert die Rheinbahn mit dem US-Datenriesen Google: Über Google Maps kann nun jeder Rheinbahn-Fahrplandaten nutzen. Der Chef des Verkehrsunternehmens, Dirk Biesenbach, will das Angebot ausdrücklich als Ergänzung zur elektronischen Fahrplanauskunft (EFA) sehen. Wie funktioniert es, mit Google die Rheinbahn zu nutzen?

Wer von A nach B will, gibt den Zielbahnhof ein, ggf. auch den gewünschten Abfahrtsort. Will er ab dem Ort fahren, an dem er gerade ist, muss er das nicht einmal tun - den eigenen Standort weiß das Smartphone ohnehin. Dann klickt er im Menü auf einen Knopf, der mit einem Bus gekennzeichnet ist. Sofort schlägt ihm Google die möglichen Bus- oder Bahnverbindungen der Rheinbahn (kombiniert mit S-Bahn, wenn nötig) vor. Zudem werden auch Fahrtzeit und Distanz zur nächsten Haltestelle genannt. Kann jeder diesen Service nutzen?

Ja. Voraussetzung ist natürlich ein Internet-Zugang per PC, Laptop oder Handy. Muss der Nutzer dafür zahlen?

Nein. Die Nutzung ist für den Kunden kostenlos. Es gibt auch keine Fahrpreiserhöhung wegen des neuen Angebots. Gibt es bereits andere Verkehrsbetriebe innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), die dieses Angebot haben?

Nein, die Rheinbahn ist Vorreiter, hofft aber, dass andere Firmen im VRR nachziehen. Der Verbund selbst kann die Einrichtung dieses Angebots nicht auf den Weg bringen, jedes Unternehmen muss das selbst für sich entscheiden. Wer trägt die Kosten?

Weder die Rheinbahn noch Google zahlen an den jeweils anderen für diesen Service. Man geht davon aus, dass beide Seiten einen Vorteil haben. Wie profitiert die Rheinbahn?

Sie spricht jene Kunden an, die ohnehin schon sehr viel im Internet erledigen und nun auch ihre Wege, soweit sie sie mit der Rheinbahn zurücklegen wollen, per Google Maps planen können. Natürlich verspricht man sich einen Imagegewinn und hofft auf neu Kunden, weil das Reisen mit den Bussen und Bahnen noch leichter wird. Wie profitiert Google?

Die offizielle Begründung war gestern, dass man seinen Nutzern einen noch besseren Service anbieten will und natürlich weitere Kunden anlockt, die dann auch andere Angebote von Google nutzen. Was man verschweigt, ist, dass auf diesem Weg noch mehr Daten der Nutzer frei Haus geliefert werden - das Bewegungsprofil der Menschen wird buchstäblich noch eindeutiger. Daraus wiederum können sich für andere Google-Kunden wissenswerte Infos über Verbraucherströme ergeben.

Google hat seinen Dienst Google Maps Transit im letzten Jahr in Deutschland gestartet. Nutzer konnten bereits sämtliche bundesweiten Zugverbindungen der Deutschen Bahn sowie lokale Bus- und Bahn-Verbindungen der Münchner Verkehrsgesellschaft und der Stadtwerke Münster auf Google Maps abrufen. Nun ist auch das vollständige Angebot der Rheinbahn integriert. "Indem wir unseren Fahrplan auch via Google Maps bereitstellen, nehmen wir als das größte Verkehrsunternehmen in Europas größtem Verkehrsverbund mit 19 Städte und sieben Kreisen eine Vorreiterrolle ein", sagt Dirk Biesenbach. "Unsere Kunden profitieren von der Integration unserer Fahrplandaten in Google Maps. Aber auch wir können dank Google Maps Transit unser Verkehrsunternehmen noch besser präsentieren und potenzielle Neukunden gewinnen."

"Die Rheinbahn befördert werktags mehr als 700 000 Menschen in Nordrhein-Westfalen. Daher freuen wir uns umso mehr, dass wir mit ihr einen weiteren wichtigen Partner für Google Maps Transit gewinnen konnten", so Florian Görisch, Produkt Manager Google Maps. "Insbesondere freuen wir uns aber für unsere Nutzer: Ihnen steht jetzt auch im Großraum der Metropole Düsseldorf eine vollständige Routenplanung — zu Fuß, mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr — zur Verfügung."

Derzeit ist Google Maps Transit in mehr als 800 Regionen und Städten weltweit verfügbar. Mit über 215 Millionen Fahrgästen im Jahr ist die Rheinbahn bundesweit die Nummer fünf. Mit über 300 Bahnen und 410 Bussen fährt sie jeden Tag mehr als dreimal um die Erde (130 000 Kilometer) und befördert hierbei 720 000 Menschen.

(RP)