Nadelstichtaktik von Verdi Wie es mit den ÖPNV-Streiks jetzt weitergeht

Düsseldorf/Dortmund · Montag legte Verdi in Düsseldorf den Bus- und Bahnverkehr der Rheinbahn lahm, jetzt kommen neue Städte wie Viersen und Mönchengladbach an die Reihe. Der Fahrgästeverband Pro Bahn sieht die Informationspolitik eines Unternehmens kritisch.

ÖPNV: Diese Rechte haben Fahrgäste bei Verspätung, Ausfall, Streik
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Wenn die Straßenbahn nicht kommt – diese Rechte haben Fahrgäste im ÖPNV

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Die Gewerkschaft Verdi setzt ihre Nadelstichtaktik fort, um für das Personal im ÖPNV bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Nachdem am Montag in mehreren Städten wie Düsseldorf der Busverkehr weitgehend lahmgelegt wurde und vereinzelt es auch Einschränkungen im Bahnverkehr gab, sind am Dienstag auch Viersen und Mönchengladbach betroffen, indem die entsprechenden Betriebshöfe von NEW Mobil bestreikt werden. Erstaunlich war, dass es NEW Mobil auf der eigenen Internetseite bis montags 15 Uhr nicht geschafft hatte, auf den Streik aufmerksam zu machen, obwohl Verdi den Streik per Mail um vier Uhr früh angekündigt hatte. „Das finde ich schon unglücklich“, sagt Detlev Neuß, in Mönchengladbach lebender Bundesvorsitzender des Fahrgästeverbandes Pro Bahn, „es hätte doch gereicht, auf den Arbeitskampf bei NEW aufmerksam zu machen und den Notfahrplan für später am Tag anzukündigen.“

Die Düsseldorfer Rheinbahn informierte über ihre Internetseite am Sonntag auch relativ spät über den Streik, warnte die Fahrgäste aber sehr früh über Social-Media-Kanäle wie Facebook und X (früher Twitter).

In Mönchengladbach werden nun der Schulbusverkehr und zehn Buslinien gemäß Notfahrplan wegfallen, auf sieben Linien gibt es Einschränkungen. In Viersen wird versucht, den Verkehr inklusive Schulbussen aufrechtzuhalten. „Fahrgäste müssen sich konkret zu ihrer Strecke informieren“, sagt eine Sprecherin von NEW Mobil.

 Verdi bestreikt immer neue Städte im ÖPNV, um Druck zu machen.

Verdi bestreikt immer neue Städte im ÖPNV, um Druck zu machen.

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Am Dienstag werden auch Westverkehr in Geilenkirchen, wo alle Schulbusse ausfallen werden, die Ruhrbahn in Essen sowie ÖPNV-Betreiber in Gelsenkirchen, Bielefeld, Gütersloh und Lüdenscheid bestreikt. Wie lange Verdi immer wieder zu dezentralen Streiks aufrufen wird, hängt vom Verlauf der Verhandlungen mit den Arbeitgebern ab. Hauptziel der Gewerkschaft ist, deutlich mehr freie Tage durchzusetzen.

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