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Serie: Macher Vom Rhein: Mit dem Drucker Chipstüten herstellen

Serie: Macher Vom Rhein : Mit dem Drucker Chipstüten herstellen

Manche Unternehmen sind Marktführer und doch in der Stadt kaum bekannt. So eine Firma ist LSD. Was einst als Druckerei anfing, ist heute eine High-Tech-Bude, dessen Produkte fast jeder aus Spots mit Podolski, Schweinsteiger und Chips kennt.

Manche Unternehmen sind Marktführer und doch in der Stadt kaum bekannt. So eine Firma ist LSD. Was einst als Druckerei anfing, ist heute eine High-Tech-Bude, deren Produkte fast jeder aus Spots mit Podolski und Schweinsteiger kennt.

Die TV-Spots kennt fast jeder. Die Fußballstars Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger sitzen auf der Wohnzimmercouch, machen vermeintlich lustige Sachen und mampfen Chips. In der Hand halten sie Tüten des Marktführers mit neuen Geschmacksrichtungen. Doch die Tüten sind nicht die, die man aus dem Laden kennt. Mal haben sie ein Fragezeichen als Emblem, mal sind es Varianten, die es im Handel noch gar nicht gibt.

Und genau solche Verpackungen produziert ein versteckter Champion aus Düsseldorf: Die Firma LSD mit Sitz in Hassels und der Adresse In der Steele. Die Chipstüten aus dem Spot kommen nicht von einem Verpackungshersteller, der sie zu Tausenden produziert. Sie sind echte Unikate. Dafür lohnt es sich nicht, das Band anzuwerfen. Stattdessen werden sie bei LSD mit einem hochmodernen 3-D-Drucker erzeugt.

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Während sie im Fernsehen wie stinknormale Verpackungen aussehen, sind sie im Original etwas blasser. "Extra angepasst für die Kamera, damit sie unter dem Studiolicht authentischer wirken. Auch in die Serie "Unter Uns" hat es eine Individualverpackung aus Düsseldorf schon Mal geschafft - als Shampooflasche eines fiktiven Herstellers.

TV-Stars made in Düsseldorf sind aber bei LSD eher die Ausnahme. Hauptsächlich gehören große Hersteller von Konsumgütern zu den Kunden. "Denn die wollen bei der Auswahl einer neuen Verpackung nicht nur am Bildschirm sehen, wie die neue Verpackung rüberkommt, sondern diese auch anfassen. Haptik ist wichtig beim Marketing", sagt Geschäftsführer Klaus Finken. So entstehen in den 3-D-Druckereien der Firma LSD Kosmetikflaschen, Kartons für künftige Haarcolorationen eines großen Düsseldorfer Chemiekonzerns oder Seifenspender - alles Unikate.

Um einen Eindruck von der Anmutung eines neuen Produktes zu bekommen, muss aber nicht zwingend die Druckmaschine angeworfen werden. Viele Produkte können rein digital am Computer erzeugt werden. Dabei erhalten Models virtuell andere Haarfarben, werden jünger oder älter, bis es am Ende so aussieht, wie es dem Werbekunden von LSD gefällt. "Dabei gilt es mit großer Sensibilität vorzugehen, denn oft müssen je nach Ländermarkt andere Models, Farben und Motive gewählt werden", sagt Julia Deitermann, bei dem Familienunternehmen zuständig für die Kommunikation.

Anders als man vermuten könnte, ist LSD alles andere als ein Start-up. Das Unternehmen wurde 1965 in Düsseldorf gegründet von Günter Finken. Die Buchstaben LSD stehen zeitgemäß für "Lettern Service Düsseldorf". Der Rheinländer setzte damals auf den 500 Jahre alten und auf Gutenberg zurückgehenden Bleisatz. Nach und nach verschwand dieses bleierne Geschäft und wurde immer mehr durch digitale Dienstleistungen ersetzt, wenn auch gedruckte Hochglanzerzeugnisse bis heute im Dienstleistungsspektrum von LSD sind.

Neueste Angebote der Firma sind Apps fürs Smartphone mit Augmented Reality, also erweiterter Realität. Scannt ein Kunde etwa mit dem Handy eine Verpackung, wird ein Video mit Gebrauchsanleitung aufgerufen.

(tb)