Exoten in Düsseldorf: Kö-Anlieger wollen Sittiche vertreiben

Exoten in Düsseldorf : Kö-Anlieger wollen Sittiche vertreiben

Es wird geprüft, ob man mit Bewegungsmeldern Wasser- oder Lichtstrahlen auslösen kann, die die exotischen Vögel vergrämen. Viele Bänke am Prachtboulevard sind wegen der Verschmutzung kaum noch nutzbar.

Der Förderverein Kö Kulturerbe, der sich derzeit vor allem um die Brückenbauwerke über den Kö-Graben kümmert, will als eine der nächsten Aufgaben auch die Verschmutzung durch eine Kolonie von Halsbandsittichen angehen. Wie berichtet, steuern täglich mehrere hundert dieser bunten, eigentlich in den Tropen heimischen Vögel die Bäumen der Kö an, um dort die Nacht zu verbringen. Abgesehen vom Lärm, den die meist laut kreischenden Tiere verursachen, hinterlassen sie vor allem eine Menge Dreck. Sowohl das Geländer zum Kö-Graben als viele der Bänke, die dort stehen, sind kaum noch anfassbar, weil sie über und über bedeckt sind vom Kot der Tiere.

Das will man künftig unterbinden, sagt Peter Wienen vom Vorstand des Vereins Kö Kulturerbe. Man lasse derzeit prüfen, wie man dies mit Hilfe moderner Technik umsetzen könne. Die Idee: Bewegungsmelder in den Bäumen registrieren, wenn die Vögel ankommen. Diese Sensoren könnten dann entweder Wasser- oder Lichtstrahlen auslösen, mit denen man die Vögel verscheuchen könne. Ob das allerdings klappt und zu realisieren ist, sei noch nicht klar. Fachleute bezweifeln das. Zumal auch nicht klar ist, wie man einerseits die Vögel verscheuchen, andererseits aber Passanten nicht behelligen will.

Wegen der Tiere hat das Gartenamt nach Aussage des Vereins schon einige der Bänke an der Kö demontieren lassen — selbst wenn man sie reinige, seien sie so schnell wieder verschmutzt, dass das keinen Sinn mehr mache, heißt es.

Die Tiere kommen nicht nur aus dem Stadtgebiet, sondern aus der gesamten Region. Zeitweise waren sie besonders häufig im Volksgarten unterwegs und schätzten dort die Bäume auf einer Insel als sicheren Schlafplatz, nun ist es die Königsallee, an der sie gern übernachten. Das Licht unter den Bäumen gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit. Es wird daher geprüft, es im Sommer zeitweise auszuschalten.

"Das sind nicht nur Tiere aus Düsseldorf, sondern aus der ganzen Region. Auch die Halsbandsittiche aus Krefeld oder aus anderen Nachbarstädten kommen abends zur Königsallee", weiß Tobias Krause vom städtischen Gartenamt. Sie lieben die Platanen an der Königsallee. Manche Wissenschaftler vermuten, sie bevorzugen die Bäume mit der glatten Rinde, weil daran keine Schlangen, die natürlichen Feinde der Vögel, hochklettern können.

Unter Naturschützern und Biologen ist umstritten, ob die ausgewilderten oder ausgebüxten Tiere heimischen Arten schaden. Britische Wissenschaftler waren 2009 dieser Ansicht. In Deutschland prüfte das Bundesamt für Naturschutz seit 2012, ob die Papageien negative Auswirkungen auf die europäische Tierwelt haben. "Wir können beim Halsbandsittich Entwarnung geben. Er stellt keine erhebliche Gefahr für die biologische Vielfalt dar", sagte Stefan Nehring vom Bundesamt für Naturschutz auf Anfrage. Aufgrund seiner anhaltenden Ausbreitung sollte er aber weiterhin beobachtet werden, so der Experte.

(RP)