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Düsseldorf: Boxring will in Flingern bleiben

Düsseldorf : Boxring will in Flingern bleiben

Der Sportverein schiebt wichtige Renovierungen auf, weil der Mietvertrag nur jährlich verlängert wird.

Der Boxring mit Sitz am Flinger Broich und mehr als 200 Mitgliedern sorgt sich um seine Zukunft. Denn das Vereinsgelände neben dem Recyclinghof gehört der Stadt, und diese hat mit dem Areal auf lange Sicht andere Pläne: Die Stadtwerke behalten sich die Option vor, die Müllverwertungsanlage auf das Gelände des Boxrings zu vergrößern. Ein fester Termin dafür steht nicht fest. Aber um flexibel zu sein, bekommt der Boxring jedes Jahr nur einen neuen, auf ein Jahr befristeten Mietvertrag. Für Ralf Krompaß, Trainer und Vorstandsmitglied, ein nicht zufriedenstellender Zustand. "Wir brauchen Planungssicherheit", sagt er. Deshalb bemüht sich der Verein um einen Vertrag mit einer Laufzeit von mehreren Jahren — bis dahin werde man eigentlich dringend notwendige Sanierungen aufschieben.

Der Flinger Broich sei der ideale Platz für den Boxring, sagt Krompaß. Es gebe genug Raum für Trainingsgeräte und Boxsäcke, im Sommer könnten die Mitglieder sogar im Außenbereich ihre Fäuste schwingen. Die Alternativen, die das Sportamt dem Verein inzwischen angeboten hat, lehnt er ab. "Diese Flächen sind viel zu klein", sagt Krompaß. "Wo soll ich denn hin mit meinen Jungs? Wir brauchen Trainingsplatz für bis zu 50 Leute gleichzeitig."

Sportamtsleiter Udo Skalnik sieht hingegen andere attraktive Möglichkeiten für die Boxer — und hat den Eindruck, der Verein halte auch aus kommerziellen Gründen am Flinger Broich fest. "Der Boxring könnte in städtischen Sporthallen trainieren und Wettkämpfe in der neuen Vierfachsporthalle Gerresheim abhalten", sagt Skalnik. Auch an der Königsberger Straße in Eller, auf dem Gelände einer ehemaligen Tennisanlage, stünde Platz zur Verfügung. "Der Boxring vermietet aber seine Halle am Flinger Broich an Gesellschaften für Feiern und Hochzeiten", sagt er. Nachts habe es dabei schon Beschwerden wegen Lärmbelästigung gegeben, die Bauaufsicht habe die Feiern untersagt.

Unterstützung bekommen Krompaß und der Boxring-Verein von Günter Karen-Jungen, Ratsmitglied und Sportexperte der Grünen. "Der Boxring ist wichtig, weil er eine bedeutende Integrationsarbeit leistet und Jugendlichen viele Freizeitmöglichkeiten bietet", sagt er. Karen-Jungen möchte zwischen Stadt und Box-Verein vermitteln und plant ein gemeinsames Gespräch, um eine Lösung zu finden. Bald wollen sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen. Krompaß wird gern teilnehmen, um unter anderem das große Interesse am Boxsport zu betonen. Die Mitgliederzahl im Boxring steige, außerdem habe der Verein Pläne, das Angebot auf Randsportarten auszudehnen und mehr Aktionen für Kinder zu organisieren.

Dazu seien Renovierungen nötig, die man ohne festen Vertrag nicht in Angriff nehmen könne. "Wir brauchen keine Millionenhalle oder goldene Wasserhähne", sagt er. Zurzeit fehlten aber Duschen, und auch die Heizanlage brauche eine Modernisierung.

(RP)