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Düsseldorf: Hock versammelt spannende Frauen

Düsseldorf : Hock versammelt spannende Frauen

Seit zehn Jahren lädt SPD-Bürgermeisterin Gudrun Hock anlässlich des Internationalen Frauentags zu einem Empfang. Dazu kommen Frauen unterschiedlicher Bereiche und Parteien. Ehrengast am Freitag ist Post-Vorstand Angela Titzrath.

Die Premiere fand am Ort der "Verbannung" statt: Nachdem Gudrun Hock (SPD) 2004 zwar in der OB-Wahl Joachim Erwin (CDU) unterlegen, aber dann vom Rat zur Bürgermeisterin gewählt worden war, stand ihr auch ein Büro zu. Erwin wies seiner Herausforderin kurzerhand Räume im Stadthaus an der Mühlenstraße zu — möglichst weit weg von seinem Rathaus. "Das war wunderbar, wir hatten dort fantastische Veranstaltungen", sagt Hock heute. Eine davon war ihr erster Empfang zum Internationalen Frauentag im Frühjahr 2005.

Es sollte der Auftakt für eine erfolgreiche Serie sein, denn Hock schaffte es Jahr für Jahr eine spannende Mischung von Frauen aus Düsseldorf (manchmal auch darüber hinaus) zusammenzutrommeln: aus Kultur und Wirtschaft, Vereinen und Verbänden, aus Gleichstellungsbüros, Gewerkschaften und Personalräten. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft war schon dabei, Ministerin Ute Schäfer ist Stammgast, es kommen bekannte Frauen aus der Gesellschaft — beispielsweise Gabriele Henkel — oder langjährige Wegbegleiterinnen von Hock wie Ursula Claassen, die vergangenes Jahr bei dem Empfang ihren 85. Geburtstag feierte. Unter den Gästen sind Politikerinnen von CDU, SPD, Grünen und FDP — und auch der eine oder andere Mann.

  • Foto: M. Kappeler/dpa
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Zuletzt war stets Opern-Intendant Christoph Meyer dabei, denn er stellt seit einigen Jahren das Foyer seines Hauses für die frauenlastige Veranstaltung zur Verfügung. Am kommenden Freitag jährt sich der Empfang zum zehnten Mal, im Rheinland ist er damit quasi in Stein gemeißelt, und Hock holt sich aus diesem Anlass einen besonderen Ehrengast auf die Bühne: Angela Titzrath, seit fast zwei Jahren als Vorstandsmitglied bei der Deutschen Post AG für Personal zuständig. Ihre bemerkenswerte Karriere hat Titzrath beim Daimler-Konzern begonnen, bei dem sie bis 2011 Managerin war.

"Ich will, dass sie deutlich macht, was Frauen stärkt, um in diese Positionen zu kommen und sie auch zu halten", sagt Hock und verweist auf die "Glass Cliff Theorie". Die besagt, dass Frauen wegen ihrer Fähigkeit der Krisenbewältigung oft dann in Führungspositionen berufen werden, wenn es eng wird. Dadurch entsteht für den Betrachter ein Zusammenhang, den es gar nicht gibt: Dass es nämlich bergab geht, wenn Frauen in Führungspositionen kommen. Dass die Weichen bereits vor deren Berufung falsch gestellt wurden, wird meist ignoriert. Hock hält es für eine männliche Schutzstrategie, Frauen in Führungspositionen gezielt scheitern zu lassen. Beim Internationalen Frauentag stehen nach Hocks Meinung nach wie vor die Arbeitsbedingungen von Frauen im Vordergrund: "Wir erinnern damit an die 129 Textilarbeiterinnen in New York, die 1857 gegen ihre Arbeitsbedingungen gestreikt haben." Sie sind in der Fabrik eingeschlossen und verbrannt worden. "Wir wären heute alle nichts, wenn es diese Frauen nicht gegeben hätte." Deshalb wundert sie sich darüber, dass viele Frauen nichts mehr von Frauen-Solidarität wissen wollen, wenn sie in Führungspositionen gekommen sind. Um nicht als "Quotenfrau" zu gelten? Damit hat Hock selbst kein Problem: Sie wurde mit 31 Jahren Kämmerin — als eine von damals bundesweit nur fünf Frauen. Sie sei top qualifiziert gewesen, "ich wäre da niemals hingekommen, wenn es in meiner Partei damals nicht die Quotendiskussion gegeben hätte". Dennoch plädiert sie nicht für eine generelle Frauenquote in der Privatwirtschaft, sehr wohl aber in Aufsichtsräten: "Dort werden die guten Jobs verteilt — meist von Männern untereinander." Frauen müssten sich solidarisieren und vor allem netzwerken — und zwar nicht nur unter sich.

(RP)