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Karneval Düsseldorf: 11:11 Uhr am 11.11. mit nur einer Karnevalistin

Sessionsbeginn am 11.11. : Die Düsseldorfer Altstadt als karnevalsfreie Zone

Die Düsseldorfer haben auf das Feiern um 11.11 Uhr in der Altstadt verzichtet, von Karnevalsstimmung war nichts zu spüren. Nur die 76-jährige Monika Fischer ließ sich nicht davon abhalten, wie jedes Jahr zum Marktplatz zu kommen.

Düsseldorf am Elften im Elften um 11.11 Uhr vor dem Rathaus: Wo in einem Jahr ohne Corona-Pandemie Tausende Menschen zusammen schunkeln, singen und auf den Start in die fünfte Jahreszeit anstoßen, ist 2020 alles anders. Der Marktplatz ist eine karnevalsfreie Zone – wenn da nicht Monika Fischer wäre. Die 76-Jährige steht einsam mit ihrem Radio in der Hand vor dem Rathaus, auf dem Kopf trägt sie einen Karnevalshut und vor Mund und Nase natürlich eine Maske.

Die Seniorin ist die einzige Karnevalistin, die sich am Mittwochmorgen auf den Weg zum Marktplatz machte – neben einigen Journalisten und mehreren Teams des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes (OSD). Seit Jahrzehnten kommt Monika Fischer am 11.11. zum Rathaus, auch die Corona-Pandemie konnte sie davon nicht abhalten. „Wer weiß, ob ich im nächsten Jahr noch lebe“, sagt sie und schaltet ihr Radio ein: „Wenn hier nichts los ist, dann höre ich die Karnevalslieder halt auf WDR 4.“ Dass der Sender gerade ein kölsches Lied spielt, stört sie nicht: „Ach, die höre auch gerne.“

Monika Fischer ist aus Pempelfort mit der Bahn gekommen. Normalweise wäre sie am 11.11. vorher noch zu Heinemann frühstücken gegangen, die Stärkung vor dem Feiern – Alkohol braucht sie allerdings zum Lustigsein nicht – musste dieses Mal ausfallen. Sie hätte nicht erwartet, nun alleine auf dem Marktplatz zu stehen und darauf zu hoffen, vielleicht den Hoppeditz Tom Bauer oder das Prinzenpaar zu sehen.

„Es macht mich traurig, todtraurig, wenn der Platz am 11.11. so leer ist. Auf dem Weg hierher bin ich schon mit meiner Mütze aufgefallen, wenn ich mich richtig wie sonst verkleidet hätte, hätten die Leute bestimmt gedacht: Die Alte spinnt doch.“

Ob jemand so denkt, ist fraglich – aber tatsächlich ist in der gesamten Altstadt nicht einmal ein Hauch von Karnevalsstimmung zu spüren. Die Straßen und Kneipen sind leer, draußen vor dem Uerige trinken in diesem Jahr auch keine Karnevalisten ihr Alt, sondern es steht nur ein Mitarbeiter auf der Leiter, um die Markise mit einer Bürste und einem Wasserschlauch zu säubern. „Das hat es am 11.11. wahrscheinlich auch noch nicht gegeben, aber irgendwas müssen wir ja machen und die Zeit nutzen“, sagt er.