Düsseldorf: Grüne Frauen gegen Frauenarmut

Düsseldorf: Grüne Frauen gegen Frauenarmut

Seit den 70er Jahren hat sich in der Frauenpolitik viel getan – darin sind sich die Frauen der Grünen einig. Und doch gibt es in der Partei, die für sich selbst Quotenregel und Frauenvotum festgelegt hat, Unterschiede.

Seit den 70er Jahren hat sich in der Frauenpolitik viel getan — darin sind sich die Frauen der Grünen einig. Und doch gibt es in der Partei, die für sich selbst Quotenregel und Frauenvotum festgelegt hat, Unterschiede.

"Manchmal habe ich das Gefühl, wir stehen noch am Anfang", sagte Karin Trepke, seit 26 Jahren frauenpolitisch aktiv, Donnerstag beim Frauen-Frühstück der Grünen. Birgit Müller, Mitglied des Ausschusses für Gleichstellung, widersprach: "Man kann nicht sagen, dass nichts passiert ist, Bildungschancen, rechtliche Situation — da hat es viele Veränderungen gegeben." Beim Frauen-Frühstück diskutieren die weiblichen Grünen einmal im Jahr den Stand der Frauenpolitik in der Landeshauptstadt.

Auf der Agenda steht dieses Jahr die Frauenarmut. "Frauen sind von Armut stärker bedroht als Männer. Das liegt auch am typischen Lebensweg, den viele Frauen gehen", erklärt Ratsfrau Angela Hebeler. Frauen wählten für sich selbst oft Niedriglohn-Berufe und selbst wenn sie gut ausgebildet seien, sei meist beim ersten Kind Schluss mit der Karriere. "Erziehung ist immer noch Frauensache", sagt Juliana Walz. "Mein Mann wurde bei Bewerbungsgesprächen nie gefragt, wie er Beruf und Kinder unter einen Hut bringt. Ich schon." Die gesellschaftliche Meinung zu ändern, sei das langfristige Ziel.

Ob, um es zu erreichen, der Begriff "Gender Mainstreaming", den die Stadtverwaltung nutzt, der richtige Weg ist, bezweifeln die Frauen. Besonders, nachdem bei den Haushaltsberatungen jetzt ausgerechnet einem Frauen-Projekt die Mittel gekürzt wurden. "In der Begründung heißt es, es stehe Gender Mainstreaming im Fokus, nicht der Kampf für die Rechte der Frauen", sagt Hebeler. Walz: "Jetzt instrumentalisiert man den neuen Begriff, um die Mittel für etablierte Einrichtungen zu kürzen."

(RP)